Stadtohr

Stadtrundgang Bautzen · Station 9 von 16

Sorbisches Museum

1904 · sorben, museum, salzhaus, volkskultur

Ausführlich

Sie stehen vor dem Sorbischen Museum. Es befindet sich im Salzhaus auf der Ortenburg und ist mit etwa 23.000 inventarisierten Positionen die bedeutendste museale Einrichtung zur Kultur und Geschichte der Sorben. Den Anfang machte die Maćica Serbska, die Bautzener Gesellschaft, die Bücher herausgab und volkskundliche und historische Forschungen betrieb. Schon 1856 hielt sie in einem Programm das Ziel fest, irgendwann ein sorbisches Museum zu errichten. 1896 sammelte man Exponate für die Ausstellung des sächsischen Handwerks und Kunstgewerbes in Dresden, wo die Sorben im sogenannten Wendischen Dorf eine Art Museum zeigten. Als 1904 am Lauengraben in Bautzen das Wendische Haus eingeweiht wurde, eröffnete im dritten Obergeschoss gleichzeitig das Wendische, also Sorbische Museum. 1937 schlossen die Nationalsozialisten das Wendische Haus, damit endete auch die Ausstellung. 1942 wurde die Sammlung ins Stadtmuseum Bautzen aufgenommen. In der jungen DDR gründete sich 1957 in Hoyerswerda ein Museum für sorbische Geschichte und Volkskunde. Mit der schrittweisen Rückführung der Exponate wurde das Sorbische Museum zurück nach Bautzen verlegt. 1976 wurde das Salzhaus auf der Ortenburg als neues Domizil bestimmt, weil das alte Wendische Haus 1945 bei den schweren Kampfhandlungen um Bautzen zerstört worden war. Eine Quelle hält fest, dass dieses Gebäude historisch kaum Bezug zu den Sorben hatte. Es wurde 1782 als Salzmagazin errichtet und 1869 in seine heutige Form umgebaut. Ab 1835 wirkte hier das Königlich-Sächsische Appellationsgericht als oberste Justizbehörde der Oberlausitz. In der Zeit des Nationalsozialismus war es Sitz der Gestapo, in DDR-Zeiten zunächst ein Wohngebäude. 2003 wurde es umfassend restauriert. Bis 1988 gehörte das Museum zum Verband der Museen der Stadt Bautzen. Nach einer Neugestaltung der Ausstellung wurde es im Juni 1989 als selbstständiges Museum wiedereröffnet. Die Ausstellung gibt einen Überblick über die Geschichte der Sorben und ihre vielfältige Volkskultur in der Ober- und Niederlausitz, mit Schwerpunkten wie der sorbischen Sprache und Literatur und der sorbischen bildenden Kunst. Im Festsaal finden regelmäßig kulturelle Veranstaltungen statt.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Sorbischen Museum im Salzhaus auf der Ortenburg. Mit etwa 23.000 inventarisierten Positionen ist es die bedeutendste museale Einrichtung zur Kultur und Geschichte der Sorben. Das erste sorbische Museum eröffnete 1904 im Wendischen Haus.

Für Kinder

Hier ist ein Museum über die Sorben. In einer großen Sammlung gibt es etwa 23.000 Dinge aus ihrer Geschichte und ihrem Alltag. Das erste sorbische Museum gab es schon 1904 in einem anderen Haus, dem Wendischen Haus. Dieses Haus wurde 1945 im Krieg zerstört. Deshalb zog das Museum später in das Salzhaus. Das Salzhaus wurde 1782 gebaut, als Lager für Salz. Was würdest du in ein Museum über dein eigenes Volk stellen?

Quellen

Koordinaten: 51.1834, 14.4193 · auf der Karte

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