Stadtohr

Stadtrundgang Bamberg · Station 8 von 16

Gabelmann

1698 · brunnen, barock, wasserversorgung, sage

Ausführlich

Sie stehen am Gabelmann. Auf fränkisch Goblmoo, und der Name ist eine Beschreibung: Der römische Meeresgott Neptun hält einen Dreizack, und der sieht für den Bamberger Volksmund wie eine Gabel aus. Nicht der Gott gab dem Brunnen den Namen, sondern sein Werkzeug. Der Platz unterhalb ist heute ein beliebter Treffpunkt in der Fußgängerzone, und das war er in anderer Form schon immer, denn ein Brunnen ist eine Wasserstelle. Ein solcher steht hier seit 1337, zur Versorgung der Bevölkerung. Schauen Sie dabei auf etwas, das Sie nicht sehen können. Die Wasserleitungen bestanden aus Baumstämmen, die man innen aushöhlte. Diese Holzrohre wurden von einer Quelle am Stephansberg quer durch die ganze Stadt geführt, unter der Regnitz hindurch, bis hierher an den Grünen Markt. Ein Fluss über dem Wasserrohr, im 14. Jahrhundert. Nun die Geschichte, um die es eigentlich geht, und sie handelt von Geld in einer Salzscheibe. Ludwig Krug war Ratsherr in Bamberg. Im ersten Viertel des 16. Jahrhunderts zog er nach Nürnberg, wo er auch starb. Seiner Heimatstadt vermachte er testamentarisch 800 Gulden für die Errichtung eines Brunnens. Die Stadt Nürnberg weigerte sich jedoch, das Geld auszubezahlen. Daraufhin brachten die Testamentsvollstrecker Krugs den Betrag nach Bamberg, versteckt in einer Scheibe Salz. So kam das Erbe über die Stadtgrenze. Verwirklicht wurde der letzte Wille seines ehemaligen Mitglieds vom Rat der Stadt Bamberg dann allerdings erst 1566, also gut vierzig Jahre später. Errichtet hat den Brunnen Meister Jorg Walbergk von Dressen, damals Bürger in Kulmbach. Und zunächst stand hier gar kein Neptun: Es war ein fahnentragender Brunnen. Die Neptunstatue entstand erst 1698. Der Gabelmann ist also jünger als sein Brunnen, und der Brunnen ist jünger als das Geld, mit dem er bezahlt wurde. Der Name hat Nachkommen bekommen. Gabelmann hieß in den 1980er Jahren eine Bamberger Alternativzeitung, die für ihren engagierten Journalismus den Theodor-Heuss-Preis erhielt. Und der Bamberger Mundartdichter Hans Morper hat den Gabelmann in mehreren Gedichten erwähnt. In einem davon heißt es, übertragen: Hei, da steht der Gabelmann, außen ist ein Gitter dran, innen drücken sie aus vier Röhren ein wenig Wasser, und wenn es in der Sonne glitzert, dann merkst du, dass es ein Brunnen ist. Schauen Sie auf die vier Röhren und auf das Gitter. Mehr braucht es nicht.

Kurzfassung

Sie stehen am Gabelmann, einem barocken Brunnen mit dem Meeresgott Neptun. Den Namen gab ihm der Volksmund wegen des Dreizacks. Ein Brunnen steht hier seit 1337, die Neptunfigur entstand 1698. Der Platz ist ein beliebter Treffpunkt in der Fußgängerzone.

Für Kinder

Das ist der Gabelmann. Eigentlich ist es Neptun, der Gott des Meeres, und in der Hand hält er einen Dreizack. Der sieht aus wie eine Gabel, deshalb der Name. Ein Brunnen steht hier schon seit 1337. Das Wasser kam durch ausgehöhlte Baumstämme von einem Berg quer durch die Stadt, sogar unter dem Fluss hindurch. Und jetzt der Trick: Ein Mann vererbte Bamberg 800 Goldstücke für einen Brunnen. Weil Nürnberg das Geld nicht herausgeben wollte, versteckten seine Boten es in einer Scheibe Salz und schmuggelten es so nach Bamberg.

Quellen

Koordinaten: 49.89272, 10.88851 · auf der Karte

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