Sie stehen vor der Marienkirche, der römisch-katholischen Hauptkirche von Bad Homburg. Dass es sie gibt, ist nicht selbstverständlich. Homburg war seit der Reformation 1527 eine evangelische Stadt. Erst Ende des 18. Jahrhunderts bildete sich eine kleine katholische Gemeinde, die 1820 nur 215 Mitglieder zählte. Sie nutzte ab 1816 die Jakobskirche, die wir vorhin gesehen haben. Dann wuchs sie: 1866 bekannten sich 1.350 der 7.400 Einwohner zum katholischen Glauben. 1869 wurde Homburg eigene Pfarrei, und der Wunsch nach einer größeren Kirche wuchs. 1863 hatte man dafür schon die Grundstücke Dorotheenstraße 15 und 17 erworben. Der Kulturkampf verzögerte den Bau um 20 Jahre. Zugleich gab es einen Streit um die Zugehörigkeit. Homburg gehörte keinem Bistum an und wurde vom Bistum Mainz aus verwaltet. 1866 fiel Hessen-Homburg an Preußen. Die preußische Regierung wollte die Pfarreien dem Bistum Limburg eingliedern. Der Mainzer Bischof Ketteler widersetzte sich erfolgreich. Nach seinem Tod 1877 wurde die Lage zum Politikum. Am 24. Februar 1884 wurde Homburg schließlich ins Bistum Limburg eingegliedert. Architekt der Kirche war der Mainzer Dombaumeister Ludwig Becker. Er nutzte Pläne, die er ursprünglich für St. Josef in Krefeld erstellt hatte. 1892 wurde der Grundstein gelegt, am 14. August 1895 die Kirche im Beisein der Kaiserin Friedrich eingeweiht. Die Baukosten betrugen 260.800 Mark. Schauen Sie auf die Hauptfassade. Die Kirche steht zurückgesetzt von der Straße, davor liegt ein offener Vorplatz. Die Giebelwand beherrscht eine reich verzierte Maßwerk-Rose. Im Turm prägen ein Portal-Paar und darüber mittig eine Marien-Skulptur die unteren Geschosse. Gebaut ist die Kirche aus Tuffstein und grauem Sandstein. Das Pfarrhaus am Platz, Dorotheenstraße 13 und 15, ist ein barocker Bau von 1715. Innen ist in der Apsis ein Rest des ursprünglichen Bodenbelags erhalten: rote Fliesen mit dem Fischsymbol. Die Orgel baute 1906 Johannes Klais aus Bonn, 2025 wurde sie gereinigt und umgestaltet und hat nun 47 Register. Im Turm hängt ein sechsstimmiges Geläut, 1894 gegossen. Bei der Turmsanierung 2011 ersetzte man die Schallläden aus Beton durch solche aus Holz. Das gibt dem Geläut einen wärmeren Klang.
Sie stehen vor der Marienkirche, der katholischen Hauptkirche von Bad Homburg. Architekt war der Mainzer Dombaumeister Ludwig Becker. 1892 wurde der Grundstein gelegt, am 14. August 1895 wurde die Kirche im Beisein der Kaiserin Friedrich eingeweiht. Die Baukosten betrugen 260.800 Mark.
Du stehst vor einer katholischen Kirche, sie heißt Marienkirche. Fertig wurde sie 1895. Zur Einweihung kam eine Kaiserin. Schau über das Portal: Dort steht eine Figur der Maria. Und oben am Giebel sitzt eine große, reich verzierte Rose aus Stein. In Homburg gab es lange nur wenige Katholiken. 1820 waren es nur 215. Später wurden es viel mehr, und die Gemeinde brauchte eine größere Kirche. Wie viele Kirchen kennst du in deiner Stadt?
Koordinaten: 50.226, 8.61364 · auf der Karte