Stadtohr

Stadtrundgang Bad Homburg vor der Höhe · Station 3 von 16

Ehemalige französisch-reformierte Kirche

1724 · hugenotten, kirche, turnhalle, galerie

Ausführlich

Sie stehen vor dem Haus Dorotheenstraße 5. Es ist denkmalgeschützt und heute ein Ausstellungshaus. Gebaut wurde es als Kirche. Die Geschichte beginnt mit Glaubensflüchtlingen: Wie schon sein Vater siedelte Landgraf Friedrich III. von Hessen-Homburg französische Hugenotten in Homburg an. Die französisch-reformierte Gemeinde nutzte zunächst die deutsch-reformierte Kapelle des Schlosses. Als sie wuchs, wünschte sie ein eigenes Gotteshaus. 1718 bis 1723 wurde auf ihrem bisherigen Friedhof die Jacobskirche errichtet, später Jakobskirche geschrieben. Eingeweiht wurde sie am Tag des Apostels Jacobus, dem 25. Juli 1724. Schauen Sie sich den Bau an. Er war ein massiv errichteter Saalbau mit hohen Rundbogenfenstern. An der Eingangsfront sehen Sie ein Rundbogenportal mit einem Ochsenauge darüber. Das Dach ist ein großvolumiges Krüppelwalmdach mit Haubendachreiter. Die Wetterfahne stammt von 1718. Dann wurde die Gemeinde kleiner. 1770 wurde der Friedhof hinter der Kirche zum letzten Mal belegt. 1816 vermietete die Gemeinde die Kirche an die katholische Gemeinde der Stadt, die im evangelischen Homburg sehr klein war. 1820 kaufte diese das Gebäude und nutzte es bis zum 14. August 1895. Dann zog sie in die neue Marienkirche, zu der wir noch kommen. Nach einigen Jahren Leerstand erwarb die Homburger Turngemeinde das Haus für 28.000 Mark. 1905 baute Louis Jacobi es zur Turnhalle um. Das große Segmentbogenfenster im Giebelfeld prägt seitdem das Aussehen der Fassade. An der Außenwand hängt seit dem 21. Oktober 1910 ein Denkmal für Georg Schudt, Buchdruckereibesitzer und Herausgeber des Taunusboten, Mitbegründer des Turnvereins und der Freiwilligen Feuerwehr. 2012 verkaufte die Turngemeinde das Gebäude für 500.000 Euro. Käufer war die Galerie Scheffel, die als Veranstalter der Blickachsen bekannt ist. Nach dreijähriger Kernsanierung eröffnete am 28. Mai 2016 die erste Ausstellung.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Haus Dorotheenstraße 5. Es wurde 1718 bis 1723 als Kirche der französisch-reformierten Gemeinde gebaut, eingeweiht am 25. Juli 1724. Später war es katholische Kirche und Turnhalle. Heute ist es ein Ausstellungshaus.

Für Kinder

Dieses Haus hat schon vier Leben gehabt. Zuerst war es eine Kirche für Glaubensflüchtlinge aus Frankreich, die man Hugenotten nennt. Dann feierte hier eine katholische Gemeinde ihre Gottesdienste. Später war es eine Turnhalle. Und heute stehen hier Kunstwerke. Schau dir das große Fenster oben im Giebel an: Das kam beim Umbau zur Turnhalle. Welche Sportart hättest du hier gern gemacht?

Quellen

Koordinaten: 50.226738, 8.612734 · auf der Karte

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