Stadtohr

Stadtrundgang Baden-Baden · Station 2 von 16

Römische Badruinen Baden-Baden

70er-Jahre n. Chr. · römerzeit, thermen, archäologie, caracalla

Ausführlich

Sie stehen bei den römischen Badruinen von Baden-Baden. Mit den Römern kam Baden-Baden zu seiner Bedeutung, und deshalb beginnen wir hier. Die Römer kamen wegen des Wassers. Nach der Besetzung der rechtsrheinischen Gebiete unter Kaiser Vespasian gründeten sie um die Mitte der 70er-Jahre n. Chr. zunächst ein Militärlager südlich der heutigen Altstadt. Von dort aus legten sie die Siedlung und die Badeanlagen im Gebiet der Altstadt an. Der Ort hieß Aquae, das lateinische Wort für Wasser oder Bad. Die Thermalquellen sind bis zu 68 Grad Celsius heiß. Aquae entwickelte sich zum Militärkurbad mit mehreren Bädern. Zwei Anlagen sind für Sie wichtig. Die erste sind die Kaiserbäder. Sie liegen am terrassierten Südhang des Schlossbergs, unter dem heutigen Marktplatz, zwischen Stiftskirche und Altem Dampfbad. Nach einer Steininschrift ließ Kaiser Caracalla sie im Jahr 213 luxuriös ausbauen, eine Quelle über die Ruinen nennt die Jahre 213 bis 217. Entdeckt wurden sie erst 1847, bei Bauarbeiten an der Stiftskirche. Zur Anlage gehörten zwei Becken, die möglicherweise das Thermalwasser abkühlen sollten, zwei Badebecken und ein Heißluftraum. Schauen Sie auf den Boden des Marktplatzes: Dort verdeutlicht schwarzes Kopfsteinpflaster die Form und Ausdehnung dieser Bäder. Die zweite Anlage ist das Soldatenbad, auch Hygienebad genannt, lateinisch balineum. Es lag am Fuß des Schlossbergs und war wesentlich einfacher ausgestattet. Vermutlich wurde es schon in den 70er-Jahren gebaut. Es hatte ein Heißbad, ein Warmluftbad, ein Luftschwitzbad und mehrere Schwimmbäder. Das Besondere ist die Heizung: eine Fußbodenheizung, hypocaustum genannt, und eine Wandheizung aus Hohlziegeln, die tubuli heißen. Ausgegraben und konserviert wurde das Soldatenbad zwischen 1846 und 1900. Heute liegt es in einem Museum unterhalb der Friedrichsbadterrasse, zwischen Friedrichsbad und Klosterschule. Sie können es durch eine Glasfront von außen ansehen. Der Name der Stadt hat übrigens eine eigene Geschichte. Im 3. Jahrhundert trug der umgebende Verwaltungsbezirk den Ehrentitel Civitas Aurelia Aquensis. Viele Autoren brachten das mit Caracalla in Verbindung, eine neuere Theorie nennt Kaiser Elagabal als Namensgeber. Seit dem Mittelalter hieß die Stadt schlicht Baden. Die nächste Station liegt gleich nebenan: die Klosterschule.

Kurzfassung

Sie stehen bei den römischen Badruinen. Die Stadt hieß damals Aquae, lateinisch für Wasser oder Bad. Kaiser Caracalla ließ die Kaiserbäder von 213 bis 217 luxuriös ausbauen. Sie liegen unter dem heutigen Marktplatz und wurden 1847 bei Bauarbeiten entdeckt.

Für Kinder

Du stehst bei den Resten von römischen Bädern. Die Römer fanden hier Quellen mit heißem Wasser, bis zu 68 Grad heiß. Sie bauten Bäder und nannten den Ort Aquae, das ist Latein für Wasser. Es gab sogar eine Fußbodenheizung und eine Heizung in den Wänden, gemacht aus Hohlziegeln. Schau auf den Marktplatz: Schwarzes Kopfsteinpflaster zeigt, wo die großen Bäder des Kaisers lagen. Entdeckt wurden sie erst 1847, als man an der Kirche baute. Was glaubst du: Wie fühlt sich Wasser mit 68 Grad an?

Quellen

Koordinaten: 48.763, 8.24324 · auf der Karte

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