Wir beenden diesen Rundgang nicht an einem Gebäude, sondern an einem Thema. Am 6. Juli 2019 nahm das Welterbekomitee auf seiner 43. Sitzung in Baku das Augsburger Wassermanagement-System in die Welterbeliste der UNESCO auf, unter den Kriterien zwei und vier. Dahinter stehen 22 Einzelobjekte: Fließwasserkanäle, das älteste Wasserwerk und der älteste Wasserturm Deutschlands, das älteste Wasserwerk, das über grundwassergespeiste Tiefbrunnen versorgt wurde, und zehn historische Wasserkraftwerke. Auch die beiden Prachtbrunnen, an denen wir heute standen, zählen dazu, und die Versorgungsleitung der Prachtbrunnen ebenfalls. Nun eine Sache, die eine Quelle selbst kritisch anmerkt, und die ich Ihnen nicht verschweige. Der Titel Wassermanagement-System ist etwas irreführend. Wassermanagement bezieht sich normalerweise auf Regionen mit Wasserknappheit. Hier handelt es sich nicht um ein System, das als funktionelle Gesamtheit dem Wassermanagement diente, sondern um ein für den Zweck des Welterbeschutzes zusammengestelltes Ensemble ausgewählter Objekte. Ein großer Teil davon dient der Wasserkraft. Was nicht dazugehört, ist genauso interessant. Die Existenz einer römischen Fernwasserleitung ist belegt, aber als abgegangenes Bauwerk nicht welterbewürdig. Von den römischen Thermen, die es in der Hauptstadt der Provinz Raetia gegeben haben muss, ist so gut wie nichts erhalten, weil die Römerstadt im Mittelalter vollständig überbaut wurde. Ausgewählt wurden daher nur bauliche Einzelobjekte der letzten rund fünfhundert Jahre. Zur Geografie: Das ausgedehnteste Einzelobjekt ist ein Netzwerk von Wasserläufen, das die übrigen 21 Objekte miteinander verbindet, aus Lechkanälen, Wertachkanälen und Quellwasserbächen im Stadtwald. So bildet die Stätte ein zusammenhängendes Schutzgebiet von etwa 113 Hektar. Darum liegt eine Pufferzone von etwa 3204 Hektar, bei den Wasserläufen oft nur ein fünf Meter breiter Streifen beiderseits des Ufers. Auf Anregung von ICOMOS wurde zum Schutz der Quellbäche auch der Stadtwald einbezogen. Das am weitesten entfernte Objekt, das Wasserkraftwerk Meitingen, liegt etwa 22 Kilometer nördlich der Stadt. Wenn Sie jetzt noch eine halbe Stunde haben, gehen Sie in das Lechviertel. Die kleineren Kanäle dort haben diesem Teil der Altstadt seinen Charakter und seinen Namen gegeben. Über dem an dieser Stelle abgedeckten Kanal Vorderer Lech steht die Stadtmetzg, ebenfalls ein Welterbe-Objekt. Baden ist in den Kanälen wegen der lebensgefährlichen Strömung fast überall verboten, nur an wenigen Stellen erlaubt. Damit endet der Rundgang. Sie haben heute Gulden gezählt, einen Turm gesehen, der einen Meter höher wollte als der Dom, und zum Schluss das Wasser, das alles angetrieben hat.
Zum Schluss stehen Sie an einem Welterbe, das aus 22 Einzelobjekten besteht. Am 6. Juli 2019 erklärte die UNESCO das Augsburger Wassermanagement-System zum Welterbe. Dazu zählen Kanäle, das älteste Wasserwerk und der älteste Wasserturm Deutschlands sowie zehn historische Wasserkraftwerke.
Zum Schluss geht es um Wasser. Augsburg liegt an drei Flüssen: Lech, Wertach und Singold. Dazu haben die Menschen viele Kanäle gegraben, also künstliche Bäche mitten durch die Stadt. Darüber führen 500 Brücken. Das Wasser trieb Mühlen und Maschinen an und brachte Trinkwasser in die Stadt. Hier stehen das älteste Wasserwerk und der älteste Wasserturm Deutschlands. Deshalb hat die UNESCO 2019 gesagt: Das ist Welterbe. Ins Wasser springen darfst du fast nirgends, die Strömung ist zu stark. Über wie viele Bäche gehst du auf dem Heimweg?
Koordinaten: 48.3655, 10.902 · auf der Karte