Stadtohr

Stadtrundgang Aschaffenburg · Station 1 von 16

Schloss Johannisburg

1605 · schloss, renaissance, kurmainz

Ausführlich

Willkommen in Aschaffenburg. Wir beginnen am Schloss, denn es dominiert das Bild der Stadt und gilt als ihre größte Sehenswürdigkeit. Sie stehen vor Schloss Johannisburg. Vom 13. Jahrhundert bis 1803 war dieser Ort die Zweitresidenz der Mainzer Erzbischöfe und Kurfürsten. Die Burg, die hier vorher stand, wurde 1552 im Markgräflerkrieg geplündert und zerstört. 1604 beauftragte Erzbischof und Kurfürst Johann Schweikhard von Cronberg den Straßburger Baumeister Georg Ridinger mit dem Neubau. Ridinger ließ die Reste der Burg abreißen. Nur der große gotische Bergfried blieb stehen, als fünfter Turm in der Mitte des Nordwestflügels. Schauen Sie auf die Gestalt des Ganzen: vier Flügel, streng symmetrisch, außen 87,5 Meter mal 86 Meter. An den Ecken stehen achtstöckige Türme, 52 Meter hoch. Die Fassaden sind aus rotem Sandstein aus Steinbrüchen bei Miltenberg und Obernburg. Ein breiter, trockener Graben umgibt das Schloss. Der Name hat einen doppelten Bezug: Johannes der Täufer ist der Schutzpatron, Johann Schweikhard der Bauherr. Sein Wappen ist in die Mauer zum Main hin eingelassen; im Zweiten Weltkrieg wurde es zerstört und bei der Restaurierung nachgebildet. Schauen Sie jetzt über die Fenster des ersten Stockwerks. Dort sehen Sie das Mainzer Rad, das Wappenbild des Erzstifts, und, wenn Sie genau hinsehen, Elemente aus dem Wappen der Familie Cronberg: eine Disteldolde in einer Krone und sechs Eisenhütlein. Die Räder bringen uns zu einer Anekdote. 1631, so wird erzählt, habe der Kapuzinerpater Bernhard von Trier Stadt und Schloss vor der Plünderung durch die Truppen des schwedischen Königs Gustav Adolf bewahrt. Der König sagte, er finde es sehr schade, das erst wenige Jahre zuvor fertiggestellte Schloss niederbrennen zu müssen, denn er könne es nicht mit nach Schweden nehmen. Der Pater meinte, das könne er durchaus, er müsse es nur dorthin rollen. Dann zeigte er auf die Räder über den Fenstern. Der König habe lachen müssen und auf die Zerstörung verzichtet. Eingeweiht wurde das Schloss am 17. Februar 1614, dem zehnten Jahrestag der Wahl Johann Schweikhards zum Kurfürsten. Als Albrecht von Brandenburg wegen der Reformation aus Halle nach Aschaffenburg zog, nennt der die Quelle zu Schloss das Jahr 1539, der Wikipedia-Quelle zur Stadt 1541. Ich nenne Ihnen beide. Die Staatsgalerie und das Schlossmuseum finden Sie hier im Haus. Dorthin kommen wir am Ende des Rundgangs zurück.

Kurzfassung

Sie stehen vor Schloss Johannisburg. Kurfürst Johann Schweikhard von Cronberg ließ es von 1605 bis 1614 durch den Straßburger Baumeister Georg Ridinger bauen. Bis 1803 war es Zweitresidenz der Mainzer Erzbischöfe. Es gilt als größte Sehenswürdigkeit der Stadt.

Für Kinder

Du stehst vor einem großen roten Schloss mit hohen Türmen an den Ecken. Früher war das der zweite Wohnsitz der Erzbischöfe von Mainz. Gebaut wurde es von 1605 bis 1614. Schau im ersten Stock über die Fenster: Dort sind Räder in den Stein gemeißelt, das Wappen von Mainz. Mit diesen Rädern soll ein Pater das Schloss gerettet haben. Der schwedische König fand es 1631 schade, es niederbrennen zu müssen, er könne es ja nicht mitnehmen. Der Pater meinte, das gehe leicht: Man müsse es nur rollen. Da musste der König lachen. Wie viele Räder findest du?

Quellen

Koordinaten: 49.9761, 9.14167 · auf der Karte

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