
Sie stehen vor dem Neuen Palais, in dem heute das Schlossmuseum Arnstadt untergebracht ist. Fürst Günther I. von Schwarzburg-Sondershausen ließ es von 1729 bis 1734 errichten, als späteren Witwensitz für seine Gemahlin Elisabeth Albertine, eine geborene Prinzessin von Anhalt-Bernburg. Der Grundstein wurde am 25. Mai 1729 in Abwesenheit des Fürstenpaares gelegt, am 10. November 1734 weihte man das Haus feierlich ein. Es war ein Doppelpalais in Form einer Dreiflügelanlage, in dem das Paar wohnte, repräsentierte und seine umfangreichen Kunstsammlungen unterbrachte. Schauen Sie auf die Hauptschauseite nach Osten. Der Hauptbau hat siebzehn Fensterachsen, der Mittelrisalit wird durch die hohe Toreinfahrt und einen Altan mit goldener Brüstung betont. Im Dreiecksgiebel sitzen die Wappen des Paares. Hofseitig schließen sich im Westen ein Marstall und nach Süden der Lustgarten an, in dem bis Anfang 1989 eine Orangerie stand. Nach der Abdankung des Fürsten Günther Victor am 25. November 1918 beschloss der Landtag die Museumsstiftung zu Arnstadt, mit dem Ziel, das Neue Palais als Museum zugänglich zu machen. Die Museumsgesellschaft war schon 1894 gegründet worden. Ein Jahr später riefen ihre Mitglieder die Bürger auf, Objekte für ein Heimatmuseum zu sammeln. 1898 wurde die Sammlung im Rathaus ausgestellt, 1919 kam sie ins Neue Palais. Heute sehen Sie in den restaurierten Barockräumen Möbel und Kunstschätze aus dem fürstlichen Besitz. Im nahezu original erhaltenen Porzellankabinett werden fast 800 Objekte gezeigt, chinesische und japanische Porzellane, Steinschnitzereien, Fayencen und Meißner Porzellane. Im Festsaal sehen Sie die historistische Fassung von 1881, bestimmt von drei barocken Kronleuchtern. Im Erdgeschoss steht die Puppenstadt „Mon plaisir“, ein kunstgeschichtliches Kuriosum mit den Puppen der Fürstin Auguste Dorothea von Schwarzburg-Arnstadt aus ihrem nicht mehr existierenden Schloss Augustenburg. Und im ersten Dachgeschoss zeigt eine Dauerausstellung Johann Sebastian Bach. Ihr Kernstück ist der Orgelspieltisch, den Bach bespielt hat.
Sie stehen vor dem Neuen Palais. Fürst Günther I. von Schwarzburg-Sondershausen ließ es von 1729 bis 1734 als späteren Witwensitz für seine Gemahlin Elisabeth Albertine bauen. Heute beherbergt es das Schlossmuseum Arnstadt mit einer Ausstellung zu Johann Sebastian Bach.
Du stehst vor einem Schloss, das ein Fürst für seine Frau bauen ließ. Es sollte ihr Witwensitz werden. Das ist der Ort, an dem sie leben sollte, wenn der Fürst gestorben ist. Heute ist hier ein Museum. Im Erdgeschoss steht eine ganze Puppenstadt mit dem Namen Mon plaisir. Sie gehörte einer Fürstin. Im Porzellankabinett siehst du fast 800 Stücke. Welche Puppe oder welches Stück würdest du dir als Erstes ansehen?
Koordinaten: 50.8352382, 10.950088 · auf der Karte