Stadtohr

Stadtrundgang Ansbach · Station 13 von 16

St. Johannis

15. Jahrhundert · stadtkirche, spätgotik, fürstengruft, glocken

Ausführlich

Sie stehen vor St. Johannis. Schauen Sie hinauf zu den Türmen. Sie sind verschieden hoch und verschieden gebaut, und das gehört zum Stadtbild. Der nördliche ist fünfgeschossig, hat ein achteckiges Obergeschoss und ist durch Maßwerkblenden, Galerie und Treppenturm reich gegliedert. Der südliche ist schlichter. An ihm sehen Sie eine Sonnenuhr und ein Ehrenmal für die rund 500 Ansbacher Toten des Ersten Weltkriegs. Das Relief von Georg Müller zeigt einen jungen Mann mit Stahlhelm auf einem ungezäumten Pferd, der einen zerbrochenen Degen hält. 1927 wurde es eingeweiht. Seit 1996 erinnert darunter eine Gedächtnisplatte an die Opfer des Zweiten Weltkriegs. Pfarrei und Kirche wurden 1139 erstmals urkundlich erwähnt. Der heutige Bau entstand im 15. Jahrhundert. Als Baumeister sind Endres Embhart und Nikolaus Eseler der Jüngere überliefert. Das Langhaus wurde 1435 fertiggestellt, mit dem Chor begann man laut Inschrift 1441. Unter ihm entstand die Fürstengruft. Die Grablege der Ansbacher Hohenzollern in Heilsbronn war 1631 von Soldaten Tillys geplündert worden, deshalb brauchte man eine besser schützbare. 1665 wurde der Boden unter dem Chor ausgeschachtet. Dadurch lag der Chor deutlich höher als das Hauptschiff. Erst 1886 legte man ihn um 2,1 Meter tiefer. Die Särge erlitten über die Zeit erhebliche Schäden. 1977 wurden sie nach St. Gumbertus verlegt. Auch der Hochaltar hat eine Geschichte. 1717 wurde er als Epitaph für den 1631 verstorbenen Bürgermeister Wolfgang Seubold geschaffen. Erst 1958 stellte man ihn als Altaraufsatz auf. In den Chorraum fällt das Licht durch sieben bemalte Fenster von 1903, darunter das Lutherfenster und das Melanchthonfenster. An der Südfassade steht der Friedrich-Güll-Brunnen, 1912 zum 100. Geburtstag des Kinderliederdichters errichtet, gegenüber seinem Geburtshaus. Die Steinplastik zeigt eine Szene aus seinem Gedicht Pflaumenregen.

Kurzfassung

Sie stehen vor St. Johannis, der evangelisch-lutherischen Pfarrkirche. Pfarrei und Kirche wurden 1139 erstmals urkundlich erwähnt. Der heutige Bau, eine dreischiffige Pseudobasilika, entstand im 15. Jahrhundert. Das Langhaus war 1435 fertig, mit dem Chor begann man 1441.

Für Kinder

Du stehst vor einer Kirche mit zwei Türmen, die nicht gleich sind. Der eine hat viel Schmuck aus Stein. Der andere ist schlichter und hat eine Sonnenuhr. Die Kirche heißt St. Johannis. Schon 1139 steht sie in einer Urkunde. An der Mauer ist ein Brunnen für Friedrich Güll, einen Dichter von Kinderliedern. Er wurde in dem Haus gegenüber geboren. Auf dem Brunnen ist eine Szene aus seinem Gedicht Pflaumenregen zu sehen. Kennst du ein Kinderlied, das du gern singst?

Quellen

Koordinaten: 49.303169486, 10.571102557 · auf der Karte

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