Stadtohr

Stadtrundgang Ansbach · Station 3 von 16

Orangerie Ansbach

1726–1744 · orangerie, barock, hofgarten, kaspar hauser

Ausführlich

Sie stehen vor der Orangerie im Hofgarten, einem Barockbau von 102 Metern Länge. Ihre Geschichte beginnt mit einem Gebäude, das nicht mehr steht. 1596 errichtete der markgräfliche Hofbaumeister Gideon Bacher hier ein Lust- und Opernhaus, dreistöckig, mit großem Turm. Es überstand den Dreißigjährigen Krieg und brannte am 14. März 1667 ab. Unter Markgraf Johann Friedrich wurde die Ruine aufwendig wieder aufgebaut. Sein Nachfolger Georg Friedrich der Jüngere holte die italienischen Komponisten Antonio Pistocchi und Giuseppe Torelli an den Hof. So entstanden bedeutende Opern, die hier aufgeführt wurden. Ab 1723 ließ Markgräfin Christiane Charlotte den Hofgarten nach französischem Ideal umgestalten. Das Lusthaus war aus der Mode gekommen und baufällig, sie ließ es abreißen. Carl Friedrich von Zocha plante eine Orangerie als Zentrum des Gartens, 1726 begann der Bau. Der Boden war morastig, mitten im alten Flussbett der Rezat. Unter der wuchtigen Nordwand liegt deshalb ein Holzpfahlrost. Als Zocha 1731 aus der Hochbaudirektion ausschied, stand nur der Rohbau. Beim Besuch Friedrichs des Großen im September 1743 scheint sie noch immer unvollendet gewesen zu sein. Verputzt und fertig wurde sie 1744 unter Leopoldo Retti. Schauen Sie auf die Südseite mit ihren 25 Rundbogenfenstern. Sie ist dem Grand Trianon in Versailles nachempfunden. Die Nordseite mit den Kolonnaden folgt der Ostfassade des Louvre. Zocha und seine Bauherrin wollten den Eindruck eines wasserumflossenen Märchentempels erwecken. Die Kolonnaden sollten sich in einem halbkreisförmigen Bassin spiegeln, das ein Kanal aus der Rezat speiste. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Orangerie durch Bombenangriffe weitgehend zerstört und danach wieder aufgebaut. Heute gibt es im Westpavillon ein Café, die Säle dienen Festen und Konzerten. Und hier in der Nähe wurde dem Findelkind Kaspar Hauser am 14. Dezember 1833 eine lebensbedrohliche Stichverletzung zugefügt. Er starb kurze Zeit darauf. Ein Gedenkstein erinnert an die Stelle.

Kurzfassung

Sie stehen vor der Orangerie im Hofgarten. Der Barockbau ist 102 Meter lang. 1726 wurde er nach Plänen von Carl Friedrich von Zocha begonnen, fertig verputzt war er erst 1744 unter Leopoldo Retti. Im Winter standen hier frostempfindliche Pflanzen, im Sommer gab es in den Sälen große Feste.

Für Kinder

Du stehst vor einem sehr langen Gebäude im Park. Es ist 102 Meter lang. Im Winter standen hier die Pflanzen, die keinen Frost vertragen. Im Sommer feierte man in den Sälen große Feste. Das Haus steht auf weichem, sumpfigem Boden im alten Flussbett der Rezat. Deshalb liegen unter der schweren Nordwand Holzpfähle. Die Bauherrin wollte, dass das Haus wie ein Märchentempel im Wasser aussieht. Seine Säulen sollten sich in einem halbrunden Wasserbecken spiegeln. Was meinst du: Wie sieht ein Haus aus, das sich im Wasser spiegelt?

Quellen

Koordinaten: 49.30222334, 10.580327896 · auf der Karte

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