Stadtohr

Stadtrundgang Altenburg · Station 12 von 16

Brüderkirche (Altenburg)

1905 · kirche, reformation, neugotik, franziskaner

Ausführlich

Sie stehen vor der Brüderkirche am westlichen Rand der Altstadt. Sie beherrscht das Stadtbild. Ihr Name stammt von den Franziskanern, auch Minderbrüder oder Minoriten genannt, frates minores. Ihre Klosterkirche stand hier. Die Franziskaner kamen zwischen 1228 und 1238 nach Altenburg. Die Bürger bevorzugten sie, denn mit den Augustiner-Chorherren hatte es schon Anfang des 13. Jahrhunderts erhebliche Interessengegensätze gegeben. Zwischen 1270 und 1280 bauten die Brüder Kloster und Kirche, in Marktnähe. Die Kirche hatte, wie es für Bettelorden galt, keinen Turm. Dann kam die Reformation. 1522 besetzte man die Predigerstelle an der Stadtkirche St. Bartholomäi mit dem evangelischen Geistlichen Wenzeslaus Link. Im April 1522 predigte Martin Luther in der Franziskanerkirche. 1525 übernahm ein evangelischer Prediger den Dienst dort, die Franziskaner wurden ins Rathaus zitiert und durften keine Messe mehr halten. Damit war in Altenburg die Reformation eingeführt. Georg Spalatin kam 1525 als Nachfolger Links und wurde 1528 Superintendent. Am 9. Februar 1529 wurde das Kloster aufgelöst. Fünf der Franziskaner verließen die Stadt, zwei blieben. Die Kirche wurde zweite Stadtkirche. Ende des 19. Jahrhunderts war sie zu klein geworden und hatte irreparable Schäden. Für einen Neubau wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben. Aus 46 Arbeiten wählte das Preisgericht den Entwurf von Jürgen Kröger. Am 18. Juli 1901 begann der Abbruch der alten Kirche, am 14. Mai 1902 wurde der Grundstein gelegt, und am 7. Mai 1905 wurde die neue Brüderkirche geweiht. Die Ausstattung der Bauzeit ist vollständig erhalten. Schauen Sie auf die Fassade. Der quadratische Zentralbau besteht aus rotem Backstein. Über dem Hauptportal sehen Sie ein großes Mosaik, es zeigt die Bergpredigt. Darüber erhebt sich ein mächtiger Staffelgiebel. Eine doppelarmige Freitreppe führt hinauf, der Berghang verlangt sie. In einer Nische steht ein überlebensgroßes Standbild Martin Luthers, zur Erinnerung an seine Predigt in der alten Kirche. Medaillons zeigen Spalatin und Link. Der Glockenturm mit vier Fialtürmchen ist 76 Meter hoch. Und noch etwas: Der Altar steht im Westen, entgegen dem sonstigen Brauch, denn der Eingang liegt auf der Marktseite im Osten. Drinnen hat man von jedem der 1.000 Plätze freien Blick auf Altar und Kanzel. In der vermauerten Gruft unter der Kirche stehen noch Särge aus dem Fürstenhaus, aus den Jahren 1627 bis 1675.

Kurzfassung

Sie stehen vor der Brüderkirche am westlichen Rand der Altstadt. Die evangelische Gemeindekirche wurde 1902 bis 1905 von Jürgen Kröger in Neugotik mit Jugendstilformen gebaut. Der Glockenturm ist 76 Meter hoch. Der Name erinnert an die Franziskaner, deren Klosterkirche hier stand.

Für Kinder

Du stehst vor einer sehr hohen Kirche. Ihr Turm ist 76 Meter hoch. Sie heißt Brüderkirche, weil hier früher Franziskaner lebten, die man auch Brüder nannte. Im Jahr 1522 hat hier der berühmte Martin Luther gepredigt. Die alte Kirche war später zu klein und kaputt. Darum wurde die heutige Kirche gebaut, von 1902 bis 1905. Sie ist aus rotem Backstein. Schau auf die Mitte der Vorderseite: Dort ist ein großes Bild aus vielen kleinen Steinchen. Es heißt Mosaik. Findest du Martin Luther? Er steht als Figur in einer Nische.

Quellen

Koordinaten: 50.985272, 12.430168237 · auf der Karte

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL. Routing: Valhalla auf OSM-Daten. Objektdaten: Wikidata (CC0). Fotos: Wikimedia Commons, Urheber und Lizenz je Bild.