Sie stehen am Elisenbrunnen am Friedrich-Wilhelm-Platz. Aus zwei Trinkbrunnen fließt das warme Wasser der Kaiserquelle, stark schwefelhaltig, und deshalb geht von diesem Bau stets ein charakteristischer Geruch nach faulen Eiern aus, nach Schwefelwasserstoff. Zur Temperatur nennt eine Quelle zwei Angaben: einmal zweiundfünfzig Grad, an anderer Stelle sechsundvierzig Grad heißes Kaiserquellwasser, das auf dem Weg hierher 2,5 Kelvin verliert. Ich glätte das nicht, sondern sage Ihnen, dass es zwei gibt. Aachen war seit alters her Bade- und Kurort, und Ende des 17. Jahrhunderts wurde es zum Modebad, das von gekrönten Häuptern aufgesucht wurde. 1819 beschloss der Stadtrat den Bau einer Brunnenhalle, in der an Kurgäste das Thermalwasser der 180 Meter entfernten Kaiserquelle ausgegeben werden konnte. Als Standort war zunächst der Holzgraben vorgesehen, an dem wir gerade standen. Entschieden wurde sich dann für diesen Platz, wegen des gleichmäßigen Gefälles von der Quelle. Die Baugeschichte ist eine Geschichte von Geldsorgen. Die Grundsteinlegung erfolgte am 16. November 1822, zum fünfundzwanzigsten Thronjubiläum des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III. 1823 überarbeitete Karl Friedrich Schinkel die Pläne Cremers. Schon 1825 musste der Weiterbau wegen finanzieller Engpässe eingestellt werden. Am 2. Mai 1827 wurde der Elisenbrunnen eröffnet, die offizielle Einweihung erfolgte erst 1828. Der rückwärtige Teil steht auf Resten der mittelalterlichen Barbarossamauer. An die Prominenten, die das Wasser der Kaiserquelle tranken, erinnern Marmortafeln in der Halle, angebracht bei der ersten großen Rekonstruktion 1883. Darunter sind Peter der Große, Friedrich der Große, Giacomo Casanova und Georg Friedrich Händel. Am 14. Juli 1943 wurde der Elisenbrunnen durch Bombenangriffe fast vollständig zerstört. Es ist dasselbe Datum, an dem das Marschiertor brannte. Was danach geschah, ist eine Abstimmung über ein Gebäude. 1948 wurde ein Architekturwettbewerb ausgerichtet, und die teilweise modernen Entwürfe führten zu heftigen Kontroversen in der Bevölkerung. Der Brunnen hatte sich so in den Herzen der Aachener etabliert, dass sich der weltberühmte Architekt Ludwig Mies van der Rohe bei einem Besuch in seiner Heimatstadt für einen unveränderten Wiederaufbau aussprach. Unter diesen strengen Auflagen wurde die Anlage von einem Aachener Bauunternehmen wieder aufgebaut und 1953 erneut ihrer Bestimmung übergeben. Ein Nachtrag, der erklärt, warum Sie hier nicht trinken dürfen: Aufgrund seiner chemischen Zusammensetzung muss dieses Thermalwasser juristisch als Arzneimittel betrachtet werden und darf laut Arzneimittelgesetz nur unter Aufsicht abgegeben werden. Deshalb hängen an den Trinkbrunnen Schilder mit der Aufschrift Kein Trinkwasser.
Sie stehen am Elisenbrunnen am Friedrich-Wilhelm-Platz. Es ist ein klassizistischer Bau der Architekten Johann Peter Cremer und Karl Friedrich Schinkel. Eröffnet wurde er am 2. Mai 1827. Aus zwei Trinkbrunnen fließt das warme, stark schwefelhaltige Wasser der Kaiserquelle.
Hier riecht es streng. Das liegt am Wasser. Aus dem Boden kommt in Aachen heißes Wasser, und darin ist Schwefel. Das riecht wie faule Eier. Früher fanden Menschen das gesund und reisten von weit her, um davon zu trinken. Darum wurde dieses Haus mit den Säulen gebaut, eröffnet 1827. In der Halle hängen Tafeln mit Namen berühmter Gäste. 1943 fielen Bomben darauf. Danach gab es Streit: modern bauen oder genau wie vorher? Die Aachener wollten es wie vorher. Riech einmal vorsichtig.
Koordinaten: 50.77416667, 6.08694444 · auf der Karte