Willkommen in Aachen. Sie stehen vor dem Aachener Dom, dem Dom St. Marien, der Bischofskirche des Bistums Aachen. Nehmen Sie sich einen Moment, bevor wir beginnen, und schauen Sie an dem Bau hoch. Sie werden merken: Das ist kein Haus aus einem Guss. Der Dom besteht aus mehreren Teilbauten, deren Entstehungszeiten vom Frühmittelalter bis in die späte Neuzeit reichen. In der Mitte sitzt das karolingische Oktogon, ehemals die Pfalzkapelle der Aachener Königspfalz, und darum herum liegt alles, was tausendzweihundert Jahre dazugebaut haben. Karl der Große ließ den Zentralbau und den Westbau gegen Ende des achten Jahrhunderts als Kern seiner Pfalzanlage errichten. Der Entwurf lehnt sich an byzantinische und mediterrane Vorbilder an, vor allem an San Vitale in Ravenna. Gebaut wurde über den Resten einer römischen Thermenanlage, mit Baumaterial aus vielen Teilen des Fränkischen Reiches und mit Spolien, also mit wiederverwendeten antiken Teilen. Merken Sie sich die römischen Thermen. Zu ihnen kommen wir später zurück. Nun zu den Zahlen, und hier muss ich Ihnen zwei Dinge sagen. Die Grundsteinlegung erfolgte um 795, die Fertigstellung um 803. Die Kirchweihe wird für den 17. Juli 802 angenommen, ist aber nicht gesichert. Wikidata nennt als Jahr 801. Ich nenne Ihnen die ältere Angabe aus einer Quelle und sage dazu, dass es zwei gibt. Und noch eine Forschungsangabe, weil sie zeigt, wie genau man hier gebaut hat: Die Forschung, zusammengeführt von Erwin Reidinger, ergab für die Gründung eine Absteckung der Achse nach dem tatsächlichen Sonnenaufgang am Palmsonntag, dem 16. März 794. Dann änderte sich die Funktion des Hauses mehrfach. Nach Karls Tod schwand die Bedeutung Aachens als geistiges Zentrum, aber sein Grab übte große Anziehungskraft aus. Seit 936 wurden hier die römisch-deutschen Könige auf dem Marmorthron Karls des Großen gekrönt, bis 1531. Im 14. Jahrhundert begann die Verehrung der vier großen Aachener Textilreliquien, und Aachen wurde Wallfahrtsort mit der alle sieben Jahre stattfindenden Heiligtumsfahrt. Für die Reliquien wurde der kleine Ostchor niedergelegt und ein hohes gotisches Chorhaus gebaut, eine capella vitrea, geweiht 1414 zum sechshundertsten Todestag Karls. 1656 zerstörte der Aachener Stadtbrand die Dächer. Der gotische Westturm, 1624 nach einem Blitzschlag gekappt, musste bis auf die beiden unteren Geschosse abgetragen werden. Erst 1802 wurde die Marienkirche Bischofssitz, dauerhaft ist sie das seit 1930. 1978 wurde sie als erstes deutsches Kulturdenkmal in die Unesco-Welterbeliste aufgenommen. Dazu zwei Angaben: Der die Quelle zu Dom nennt den Dom als eines der weltweit ersten acht Kulturdenkmäler, der Wikipedia-Quelle zur Stadt als das weltweit zweite. Wir gehen hinein und bleiben beim Hören.
Sie stehen vor dem Aachener Dom. Sein Kern ist das karolingische Oktogon, die ehemalige Pfalzkapelle Karls des Großen. Die Grundsteinlegung erfolgte um 795. Von 936 bis 1531 wurden hier römisch-deutsche Könige gekrönt. 1978 kam der Dom auf die Unesco-Welterbeliste.
Du stehst vor dem Aachener Dom. In der Mitte dieses Gebäudes steckt ein Raum mit acht Wänden. Man nennt ihn Oktogon, das griechische Wort für Achteck. Gebaut hat ihn Karl der Große, ein Herrscher, der vor über tausendzweihundert Jahren lebte. Hier stand auch seine Burg, die Pfalz. Später wurden in diesem Haus Könige gekrönt, fast sechshundert Jahre lang: einunddreißig Könige bekamen hier ihre Krone. Um das Achteck herum wurde immer mehr angebaut. Zähl die Dächer, die du von außen siehst.
Koordinaten: 50.77475, 6.083922222 · auf der Karte