Stadtohr

Stadtrundgang Zwickau · Station 4 von 16

VVN-Denkmal (Zwickau)

· gedenken, ns-opfer, schwanenteichpark

Ausführlich

Sie stehen vor dem VVN-Denkmal im Schwanenteichpark. Der Name steht für Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes. Das Denkmal hat noch weitere Namen, etwa Mahnmal für die Opfer des Faschismus. Wir bleiben hier einen Moment still, denn dieser Ort ist ein Grab. Am 12. August 1945 wurden an dieser Stelle 320 Urnen von KZ-Häftlingen beigesetzt. Sie stammten aus den Außenlagern Zwickau, im Werk Horch, und Mülsen St. Micheln, in der Mechanischen Weberei Naumann und Kraus. Beide gehörten zum Konzentrationslager Flossenbürg. Die Toten waren zuvor an anderen Orten verscharrt worden. Nur in zwei Fällen konnte man sie namentlich identifizieren. Eine der Fundstätten war das Massengrab auf dem Eckersbacher Friedhof. Dort lagen die Opfer der Feuerkatastrophe von Mülsen St. Micheln. In der Nacht zum 1. Mai 1944 verbrannten 198 Eingeschlossene, und das KZ-Personal verhinderte jede Rettung. Später kamen die Urnen von Helene Heymann, Albert Jacob und drei weiteren getöteten Widerstandskämpfern hinzu. Das sind insgesamt 325 Menschen. Der erste Spatenstich erfolgte am 30. Mai 1948 bei einer Großkundgebung mit 5000 Menschen. Nach einer Umgestaltung durch den Zwickauer Bildhauer Edmund Schorisch wurde das Denkmal am 12. September 1965 erneut eingeweiht. Damals kam der Steinblock in der Mitte hinzu. Schauen Sie sich um: Sowohl von der Ziegelwiese aus auf das Denkmal als auch vom Inneren auf den Schwanenteich ist ein roter Winkel zu erkennen. Er war die Kennzeichnung der politischen KZ-Häftlinge, und die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes hat ihn aufgegriffen. Zum Gedenken gehört auch die Frage, wer kommt. Die SED organisierte Kranzniederlegungen. Der damalige Oberbürgermeister Rainer Eichhorn erinnert sich, dass es immer nur eine überschaubare Schar von Teilnehmern gab. Lehrer, Schüler und Studenten habe man fast nie zum Kommen bewegen können. Als jemand vorschlug, die Mordopfer des Nationalsozialistischen Untergrunds in das Konzept einzubeziehen, lehnte die Vereinigung das ab. Im Herbst 2019 wurden schließlich Gedenkbäume für die NSU-Opfer in bewusster Sichtweite gepflanzt. Die Gedenktafel nennt die 325 Opfer. 2024 wurde eine besser lesbare Tafel mit demselben Text ergänzt. Der Rundweg um den Schwanenteich führt barrierefrei durch den oberen Teil des Denkmals.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem VVN-Denkmal im Schwanenteichpark. Es wurde 1948 und erneut 1965 eingeweiht. Unter dem Bauwerk sind 325 Opfer des Nationalsozialismus beigesetzt, die meisten davon Häftlinge aus Außenlagern des Konzentrationslagers Flossenbürg.

Für Kinder

Du stehst an einem Ort des Erinnerns. Hier liegen 325 Menschen, die von den Nationalsozialisten getötet wurden. Sie waren Häftlinge in Lagern in Zwickau und in Mülsen St. Micheln. Nach dem Krieg wurden ihre Urnen hier beigesetzt. Von ihnen kannte man oft keine Namen mehr. Schau in die Anlage: Du kannst einen roten Winkel erkennen. Das war die Kennzeichnung für politische Häftlinge im Lager. Warum, glaubst du, bauen Menschen solche Orte? Damit man nicht vergisst, was geschehen ist.

Quellen

Koordinaten: 50.715366, 12.489336 · auf der Karte

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