Sie stehen vor der Villa Wolf. Schauen Sie auf die Grenzmauer: Dort befinden sich zwei Sphinxe aus Sandstein. Die Villa ist ein Kuppelbau im Stil des Neobarock, nach barockem Vorbild gestaltet, und zählt zu den repräsentativsten Villen in Sachsen. Gebaut wurde sie von 1910 bis 1911 nach Entwürfen des Zwickauer Architekten Johannes Zimmermann. Entwurf und Gestaltung gingen aus einem beschränkten Architekturwettbewerb hervor. 1913 erschien in der Deutschen Bauzeitung ein Quelle über den Prachtbau, der unter anderem die Gruppierung der Baumassen würdigte. Bauherr war Paul Wolf, Sohn des Zwickauer Unternehmers Carl Wolf. Der hatte die explosionssichere Grubenlampe erfunden und war Mitbegründer der Firma Friemann und Wolf. Paul Wolf ließ dafür die Hasslinger-Villa abreißen, die an dieser Stelle stand. Zur Besonderheit des Hauses gehört das Sockelgeschoss, das anstelle eines Kellers angelegt wurde. Dort liegen Räume für den Hausmeister und die Technik. Die Wohn- und Schlafräume der Familie erstreckten sich über etwa 540 Quadratmeter im Erd- und Obergeschoss, in mehr als zwanzig Räumen, dazu Salon, Speisezimmer, Wintergarten, Zimmer für die Kinder und ihre Erzieherinnen, Gästezimmer und Räume für das Dienstpersonal. Unter der Kuppel lag der Frühstückssalon. Bis 1945 war die Villa Wohnhaus. 1954 wurde die Familie von der SED enteignet, das Haus diente bis 1960 gewerblich, unter anderem einer Schildmalerei. Nach einem Umbau wurde es 1960 die Mokka-Milch-Bar, eine HO-Gaststätte. Wegen des Ambientes und der Tanzabende war sie trotz gehobener Preise ein beliebter Treffpunkt der Zwickauer Jugend. 1989 wurde sie geschlossen, bis 1994 in privater Hand weitergeführt und dann an die Erben von Paul Wolf zurückgegeben. 1995 eröffnete Bernhard Götz die Moccabar. 2004 wurde sie geschlossen, ein Leipziger Bauunternehmer gab nach zwei Jahren auf. Nach einem Umbau durch das Architekturbüro aboa öffnete sie im November 2007 wieder. Heute knüpft die Villa an die Tanztradition an und kann für Veranstaltungen gemietet werden.
Sie stehen vor der Villa Wolf, erbaut 1910 bis 1911 nach Entwürfen des Zwickauer Architekten Johannes Zimmermann. Bauherr war Paul Wolf, Sohn eines Unternehmers. Die Villa im Stil des Neobarock wurde später zur Mokkabar und steht unter Denkmalschutz.
Dieses Haus hat eine Kuppel und besteht aus Sandstein. Es ist die Villa Wolf. Eine Unternehmerfamilie ließ sie vor über hundert Jahren bauen, von 1910 bis 1911. Der Vater von Paul Wolf hatte eine Lampe für Bergleute erfunden, die nicht explodiert. Schau auf die Mauer: Dort befinden sich zwei Sphinxe aus Stein. Später war in dem Haus eine Milchbar, in der sich junge Leute trafen und tanzten. Welche Musik würdest du in so einem Haus spielen?
Koordinaten: 50.71869261, 12.490068507 · auf der Karte