Stadtohr

Stadtrundgang Worms · Station 4 von 16

Heylshof

· villa, museum, neobarock, garten

Ausführlich

Sie stehen am Heylshof. Den Namen hat die Familie Heyl, die ab 1805 in mehreren Schritten in den Besitz dieses Geländes kam. Im östlichen Teil stand zuvor der Wormser Bischofshof, anstelle der ursprünglichen Königspfalz. Das letzte Gebäude dort entstand 1719 bis 1725 unter Beteiligung von Balthasar Neumann, ein langgestreckter Bau mit Seitenflügeln. Schon 1794 wurde diese fürstbischöfliche Residenz wieder zerstört. Die Villa, vor der Sie stehen, baute von 1881 bis 1884 der Schweizer Architekt Alfred Friedrich Bluntschli, ein Schüler Sempers, im Stil des Neobarock. Sie diente dem Ehepaar Cornelius Wilhelm und Sophie von Heyl zu Herrnsheim und ihren Kindern als Palais, denn das Heyls-Schlößchen, das zuvor als Wohnhaus gedient hatte, war zu klein geworden. Erhalten sind der schmiedeeiserne Zaun mit Tor, der wegen einer Verbreiterung der Stephansgasse versetzt wurde, und das Portal mit den geschnitzten hölzernen Türflügeln von Lorenz Gedon. Das Ehepaar vermachte Gebäude, Garten und Gelände der Stiftung Kunsthaus Heylshof. Im Frühjahr 1945 wurde die Villa bei einem Luftangriff schwer beschädigt und nur noch eingeschossig mit Walmdach wiederhergestellt. Seit 1961 ist sie wieder öffentlich zugänglich. Die Kunstsammlung der Familie von Heyl ist sogar schon seit 1926 zu sehen: deutsche, französische und niederländische Malerei, Porzellan, historische Gläser und Keramik. Gehen Sie im Geist in den Garten. An der Westseite begrenzen ihn Reste der mittelalterlichen Stadtmauer, die man in romantisierender Form als Zierbau in den Park einbezogen hat. Im Garten gibt es einen heute vergitterten Kellereingang zum Dom aus dem Jahr 1719. 2015 wurde im westlichen Teil das Bismarckdenkmal aufgestellt, das Cornelius Wilhelm Heyl gestiftet hatte und das nach 1945 eingelagert war. Am östlichen Ende liegt der Gedenkort Die Großen Schuhe Luthers, errichtet 2017, etwa an der Stelle, wo 1521 im Bischofshof die Begegnung Luthers mit Kaiser Karl V. stattfand. Merken Sie sich diesen Ort. Später hören Sie, dass man ihn einmal an einer anderen Stelle vermutete. Bei den Nibelungenfestspielen dient der Garten als Theaterfoyer.

Kurzfassung

Sie stehen am Heylshof. Die großbürgerliche Villa entstand zwischen 1881 und 1884 im Stil des Neobarock für das Ehepaar Heyl zu Herrnsheim. Heute ist sie das Museum Kunsthaus Heylshof und steht in einer großzügigen Gartenanlage. Seit 1961 ist das Haus wieder öffentlich zugänglich.

Für Kinder

Du stehst vor einer großen Villa. Sie heißt Heylshof, nach der Familie Heyl. Gebaut wurde sie von 1881 bis 1884. Heute ist ein Museum darin, mit Bildern, Porzellan und alten Gläsern. Im Garten steht ein Stück der mittelalterlichen Stadtmauer, und es gibt einen Kellereingang zum Dom aus dem Jahr 1719. Er ist heute vergittert. Am Ende des Gartens erinnern Die Großen Schuhe Luthers an eine berühmte Begegnung. Dort traf Martin Luther 1521 den Kaiser. Weißt du, wie er hieß? Es war Karl der Fünfte.

Quellen

Koordinaten: 49.6313, 8.359749 · auf der Karte

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