Stadtohr

Stadtrundgang Straubing · Station 16 von 16

Jesuitenkolleg Straubing

· jesuiten, gegenreformation, kolleg, säkularisation

Ausführlich

Letzte Station: das Jesuitenkolleg. Es war ein Kolleg der Jesuiten und bestand von 1650 bis 1774. Heute ist in dem denkmalgeschützten Gebäudekomplex die Polizeiinspektion Straubing untergebracht. Die ehemalige Jesuitenkirche ist Nebenkirche zur Pfarrei St. Jakob. 1631 kamen die Jesuiten nach Straubing, von Kurfürst Maximilian I. von Bayern beauftragt und finanziell ausgestattet, eine Kirche und ein Collegium zu errichten. Die Stadt überließ ihnen die Kapelle Unserer Lieben Frau beim oberen Tor samt Einkünften als Kollegiumskirche. Diese Frauenkapelle ist 1368 erstmals urkundlich erwähnt. 1646 erwarben die Jesuiten ein neues Ordenshaus westlich der Liebfrauenkirche, den sogenannten Kastenhof. 1650 erhielt die Niederlassung den ordensrechtlichen Titel eines Kollegs. 1731 wurde westlich ein großer Trakt angebaut, dessen kasernenhafter Charakter sich betont vom bürgerlichen Gepräge des Stadtplatzes absetzte. Und was ging dem voraus? Im 16. Jahrhundert war Straubing das Zentrum der Reformation in Niederbayern. Schließlich musste sich die Stadt der ausschließlichen Katholizität des Herzogtums Bayern beugen. Opfer der Ausweisungspolitik war der berühmte Patriziersohn Ulrich Schmidl, der von 1535 bis 1554 an der Eroberung Südamerikas durch die Spanier teilnahm und als Mitbegründer der Stadt Buenos Aires gilt. Auch der Übergang des Chorherrenstifts nach St. Jakob 1581 fällt in die Zeit der Gegenreformation. Das Ende kam 1773 mit der Aufhebung des Jesuitenordens. Die Kirche mit dem Patrozinium Mariens Aufnahme in den Himmel wurde Nebenkirche zur Pfarrei St. Jakob. Die Kollegbauten nutzte danach die Bayerische Zunge des Malteserordens, bis zur Säkularisation. Nach der Mitte des 19. Jahrhunderts wurden sie zum Amtsgebäude des Landgerichts umgebaut. Die Kollegbauten sind viergeschossig und haben paarweise Segmentbogenfenster, das Jesuitengymnasium ist ein dreigeschossiger Walmdachbau. Die Jesuitenkirche ist im Kern spätgotisch und wurde ab 1680 zu einem einschiffigen Raum mit zwei turmartigen Kapellenausbauten umgebaut. Hier endet der Rundgang durch Straubing. Eigene Zeit brauchen noch zwei Orte: der Petersfriedhof mit der Bernauer-Kapelle, die Herzog Ernst als Sühne für den Tod der Agnes Bernauer erbaute, und das Gäubodenmuseum, in dem der Römerschatz ausgestellt ist. Danke, dass Sie mitgegangen sind.

Kurzfassung

Letzte Station: das Jesuitenkolleg, das von 1650 bis 1774 bestand. Heute ist in dem denkmalgeschützten Gebäudekomplex die Polizeiinspektion untergebracht. Die ehemalige Jesuitenkirche ist Nebenkirche zur Pfarrei St. Jakob. Hier endet der Rundgang. Danke, dass Sie mitgegangen sind.

Für Kinder

Du stehst vor dem ehemaligen Jesuitenkolleg. Die Jesuiten kamen 1631 nach Straubing, geschickt von Kurfürst Maximilian. Sie bauten hier eine Kirche und eine Schule. Ein Anbau von 1731 wirkte streng, fast wie eine Kaserne, ganz anders als die Bürgerhäuser am Stadtplatz. 1773 wurde der Orden aufgehoben. Später zogen die Malteser ein und danach ein Gericht. Heute ist hier die Polizei, und die Kirche gehört zur Pfarrei St. Jakob. Damit endet unser Rundgang. Was war dein Lieblingsort?

Quellen

Koordinaten: 48.881197, 12.565373 · auf der Karte

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