Stadtohr

Stadtrundgang Straubing · Station 1 von 16

Basilika St. Jakob (Straubing)

· basilika, gotik, glasmalerei, orgel

Ausführlich

Willkommen in Straubing. Wir beginnen an der Basilika St. Jakob, der größten Hauptkirche der Stadt. Straubing ist eine kreisfreie Stadt in Niederbayern mit 49.775 Einwohnern, gezählt Ende 2023. Sie liegt im Zentrum des fruchtbaren Gäubodens an der Donau. Im späten Mittelalter war sie neben München, Landshut und Ingolstadt eine der Hauptstädte der bayerischen Teilherzogtümer, und das spiegelt sich bis heute in der Architektur wider. Diese Zeit währte nur sieben Jahrzehnte, doch keine andere Epoche hat die Stadtgeschichte so geprägt. Die Stadt ist viel älter. Seit etwa 5600 vor Christus lassen sich hier fast ohne Unterbrechung menschliche Ansiedlungen nachweisen. Die Römer behielten den keltischen Ortsnamen Sorviodurum und bauten den Ort zu einem bedeutenden Militärplatz an der Donaugrenze aus. Ihre Herrschaft dauerte etwa 400 Jahre. Die Bajuwaren benannten ihre Siedlung nach dem Sippenführer Strupo Strupinga, und daraus entwickelte sich der Name Straubing. 897 wird die Stadt zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Nun die Kirche. Die gotische Hallenkirche wurde nach den Plänen des Baumeisters Hans von Burghausen errichtet, um 1400. Zur Jahreszahl gibt es zwei Angaben: um 1395 und um 1400. Das dreischiffige Langhaus, umgeben von einem Kranz aus zwanzig Seitenkapellen, war um 1512 vollendet. Schauen Sie hinauf zum Turm: Er wurde erst Ende des 16. Jahrhunderts fertig und trägt eine schlanke, spitze Zwiebelhaube. Mit 89,50 Metern ist er der höchste Kirchturm im Gäuboden. 1581 wurde das Chorherrenstift Pfaffenmünster im Zuge der Gegenreformation nach St. Jakob übertragen, seither hat die Kirche den heiligen Tiburtius als zweiten Patron. Im Inneren lohnt ein Blick auf die Glasmalerei. Neben dem Regensburger Dom und der Basilika St. Martin in Amberg hat St. Jakob den umfassendsten Bestand mittelalterlicher und neugotischer Fenster. Eines sticht heraus, das Mosesfenster über der Josefskapelle: Gott übergibt Moses die Gesetzestafeln, in so frischen und kräftigen Farben, dass die Datierung um 1490 überrascht. Den Entwurf schrieb man Wilhelm Pleydenwurff zu, einem Schüler Michael Wolgemuts. Neuen Erkenntnissen zufolge stammt er von Albrecht Dürer. Angefertigt wurde das Fenster in der Werkstatt von Veit Hirschvogel. Der Hochaltar hat einen Schrein von 1486 aus dem Kloster St. Veit in Nürnberg. Die Kanzel von 1752 schuf der kurfürstliche Bildhauer Wenzel Myrowsky, vollendet hat er sie nicht. Und die Orgelanlage, 2020 geweiht, hat 92 Register und 6613 Pfeifen und ist die drittgrößte Orgel der Diözese Regensburg. Zehn Glocken besitzt die Kirche, das größte Geläut im Bistum Regensburg.

Kurzfassung

Sie stehen vor der Basilika St. Jakob, der größten Hauptkirche Straubings. Die gotische Hallenkirche wurde um 1400 nach Plänen von Hans von Burghausen errichtet. Ihr Turm ist 89,50 Meter hoch, der höchste Kirchturm im Gäuboden. 1989 erhob Papst Johannes Paul II. die Kirche zur Basilica minor.

Für Kinder

Du stehst vor einer riesigen Kirche. Ihr Turm ist 89,50 Meter hoch, der höchste Kirchturm im ganzen Gäuboden. Oben trägt er eine schlanke, spitze Haube, die Zwiebelhaube heißt. Gebaut wurde die Kirche um 1400, der Turm wurde erst Ende des 16. Jahrhunderts fertig. Zehn Glocken besitzt die Kirche, das größte Geläut im Bistum Regensburg. Drinnen gibt es ein Fenster mit Moses und den Gesetzestafeln, gemalt um 1490. Es soll auf einen Entwurf von Albrecht Dürer zurückgehen. Wie weit musst du den Kopf in den Nacken legen, um die Spitze zu sehen?

Quellen

Koordinaten: 48.882585346, 12.567988608 · auf der Karte

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