Stadtohr

Stadtrundgang Solingen · Station 3 von 16

Stadtbibliothek Solingen

1926 · bibliothek, lesegesellschaft, stadtgeschichte

Ausführlich

Sie stehen vor der Stadtbibliothek Solingen. Sie sitzt im Emil-Kronenberg-Haus, einem dreigeschossigen Teilbau der Clemens-Galerien. Zuerst zur Vorgeschichte. In Solingen gab es Dutzende private Lesevereine, etwa den Kotter oder den Weeger Leseverein. Im Arbeitermilieu des Industriegebiets hatten sie eine lange Tradition, die sich bis Anfang des 19. Jahrhunderts zurückverfolgen lässt. 1893 wurde die Solinger Lesegesellschaft gegründet, unter Vorsitz des Landrats Friedrich Dönhoff. Mehrfach versuchte sie, Oberbürgermeister August Dicke von einer öffentlichen Bibliothek zu überzeugen. Es misslang. Erst 1926 hatte der Arzt Emil Kronenberg als Vorsitzender der Lesegesellschaft Erfolg: Er konnte den wachsenden Bücherbestand in kommunale Hand geben. Am 27. Januar 1926 wurde die Stadtbücherei gegründet. Sie begann in einem ehemaligen Schulgebäude an der Schulstraße, der heutigen Graf-Engelbert-Straße. Im ersten Jahr kamen bei zwölftausend Büchern schon siebenunddreißigtausend Entleihungen zusammen. Im November 1944 zerstörten die Luftangriffe das Gebäude der Hauptstelle völlig, viele Bücher gingen verloren. 1946 ging es vorläufig in der Aula der Fachschule für Metallgestaltung weiter, 1951 zog die Bücherei in ein ehemaliges Sparkassengebäude an der Graf-Engelbert-Straße. Ab Mitte der 1970er Jahre wurde das Geld der Stadt knapp, die meisten Zweigstellen schlossen. Dann kamen die Clemens-Galerien. Die Stadt unterstützte den Bau finanziell und sagte zu, 6500 Quadratmeter selbst zu nutzen. Am 27. April 2000 wurde das Einkaufszentrum eröffnet, mit der Bibliothek und der Volkshochschule im Teilbau. Heute stehen rund 140.000 Medien auf drei Etagen bereit, dazu ein Lesegarten auf dem Dach. Und ein Hinweis auf den nächsten Halt: Seit Oktober 2025 stand im Foyer ein Modell der ehemaligen Solinger Synagoge. Mitte 2026 erhielt es seinen endgültigen Platz im neuen Max-Leven-Zentrum, und das liegt am Neumarkt.

Kurzfassung

Sie stehen vor der Stadtbibliothek Solingen. Gegründet wurde sie am 27. Januar 1926 als Stadtbücherei, dank des Arztes Emil Kronenberg. Seit dem 27. April 2000 sitzt sie in einem Teilbau des Einkaufszentrums Clemens-Galerien. Rund 140.000 Medien stehen bereit.

Für Kinder

Hier ist die Bücherei der Stadt. Sie wurde am 27. Januar 1926 gegründet, vor hundert Jahren. Am Anfang hatte sie zwölftausend Bücher, und im ersten Jahr wurden sie siebenunddreißigtausend Mal ausgeliehen. Heute gibt es rund hundertvierzigtausend Medien, das sind Bücher, Comics, Spiele und mehr. Auf dem Dach gibt es sogar einen Lesegarten. Hast du dir schon einmal ein Buch ausgeliehen? Genau das taten die Solinger damals auch.

Quellen

Koordinaten: 51.17353, 7.0839 · auf der Karte

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL. Routing: Valhalla auf OSM-Daten. Objektdaten: Wikidata (CC0). Fotos: Wikimedia Commons, Urheber und Lizenz je Bild.