Stadtohr

Stadtrundgang Solingen · Station 16 von 16

Evangelische Stadtkirche

1956 · kirche, wiederaufbau, turm, reformation

Ausführlich

Sie stehen vor der Evangelischen Stadtkirche am Fronhof, und hier endet unser Rundgang. Es ist das vierte Kirchengebäude, das seit dem späten 11. Jahrhundert an dieser Stelle errichtet wurde. Ich nenne Ihnen die Zeitangaben so, wie sie in einer Quelle stehen, denn sie gehen auseinander: Eine erste Saalkirche entstand um das Jahr 1000, in der Beschreibung des Fronhofs ist vom 9. und 10. Jahrhundert die Rede, und die älteste erhaltene Spur ist eine Keramikrosette aus dem späten 11. Jahrhundert. Sie liegt im Boden des Kirchsaals und wurde 1954 bei Grabungen unter Hermann Hinz gefunden. Seit 1997 steht sie als bewegliches Denkmal in der Denkmalliste. Die erste Kirche war das Gotteshaus eines Fronhofs. Dieser gehörte den Herren von Solingen, später von Oefte. Um 1200 folgte eine romanische Basilika. 1359 verkaufte Ritter Heinrich von Oefte den Besitz an den Grafen Gerhard von Berg, dessen Witwe Margaretha verkaufte ihn 1363 an die Abtei Altenberg. Um 1590 wurde die Reformation eingeführt. Die Kirche musste nach Bränden in den Jahren 1535 und 1581 wiederhergestellt werden. Am 23. Juni 1732 legte man den Grundstein für ein neues Kirchenschiff nach Plänen von Michael Moser. Am 7. September 1737 wurde es als reformierte Predigtkirche eingeweiht. Zum Turm sind die Angaben in einer Quelle nicht stimmig. Eindeutig in einer Quelle steht: 1679 bis 1681 wurde ein Turm mit barocker Zwiebelhaube errichtet, mit einundachtzig Komma sechs Metern der höchste Kirchturm im Bergischen Land. Durch Sturmschäden stürzte er 1836 ein und wurde 1860 bis 1862 mit neugotischer Spitze wiederhergestellt. Dann kam der 5. November 1944. Die 1938 umfangreich restaurierte Kirche wurde nahezu vollständig zerstört, die Ruine nach Kriegsende abgerissen. Am 5. November 1954 legte man den Grundstein für die heutige Kirche, am 4. November 1956 weihte man sie ein. Wilhelm Schrader aus Solingen entwarf sie als dreigeschossigen Rechteckbau mit seitlich anliegendem Turm, in Stahlbetonskelettbauweise und für vielfältige Nutzung. Das Treppenhaus liegt im Turm, der rund dreiundfünfzig Meter hoch ist. Schauen Sie ihn an: Er trägt die Inschrift aus dem Buch des Propheten Jeremia, O Land, Land, Land, höre des Herrn Wort. Von 2012 bis 2014 wurde die Kirche tiefgreifend umgebaut. Sie erhielt einen neuen Eingang zum Fronhof, einen Bürgersaal im Obergeschoss und ein Kirchencafé, und 2015 den Architekturpreis der Evangelischen Kirche im Rheinland. So schließt sich der Kreis. Nach einer Quelle über St. Clemens entstand um das Jahr 1000 an dieser Stelle auch die erste dem heiligen Clemens geweihte Kirche der Stadt. Von dort sind wir ausgegangen. Danke, dass Sie mitgegangen sind.

Kurzfassung

Sie stehen vor der Evangelischen Stadtkirche am Fronhof. Sie ist das vierte Kirchengebäude an dieser Stelle. Nach der Zerstörung 1944 wurde sie am 4. November 1956 neu eingeweiht, Architekt war Wilhelm Schrader. Hier endet unser Rundgang.

Für Kinder

Das ist die Stadtkirche von Solingen. An dieser Stelle stand schon um das Jahr 1000 eine Kirche. Die heutige ist die vierte. Im November 1944 wurde die Kirche im Krieg zerstört. Danach baute man sie neu, und am 4. November 1956 wurde sie eingeweiht. Der Turm ist sehr hoch, und auf ihm steht ein Satz aus der Bibel. Hier endet unser Rundgang. Was hat dir am besten gefallen?

Quellen

Koordinaten: 51.171749309, 7.084758731 · auf der Karte

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