Sie stehen vor der Johanniskirche, am Übergang von Johannis- und Marktplatz. Offiziell ist sie eine Nebenkirche des Münsters, eine romanische Pfeilerbasilika, und sie gilt als Wahrzeichen der Stadt. Zuerst die Sage. Agnes von Hohenstaufen, Tochter Kaiser Heinrichs IV., verlor bei der Jagd im Remstal ihren Ehering. In ihrer Verzweiflung gelobte sie, an der Fundstelle eine Kirche zu bauen. Der Ring fand sich im Geweih eines erlegten Hirsches, und Agnes ließ die Kirche errichten. Das soll sich um 1102 abgespielt haben. Wann und von wem die heutige Kirche gebaut wurde, ist nicht überliefert. Man vermutet, dass schon zwei Vorgängerbauten hier standen. 1225 wird sie erstmals erwähnt, in einer Wundererzählung von Caesarius von Heisterbach. Üblicherweise setzt man die Bauzeit zwischen 1210 und 1230 an. Schauen Sie auf das Hauptportal der Westfassade. Es steht nicht ganz in der Mittelachse der Kirche, und niemand kann das schlüssig erklären. Über der Tür zeigt das halbrunde Bildfeld, das Tympanon, eine Kreuzigungsgruppe aus dem frühen 13. Jahrhundert. Der Gekreuzigte trägt eine Krone und ist ohne sichtbare Zeichen des Leidens dargestellt: Er soll als König und als Überwinder des Todes erscheinen. Links und rechts des Bildfeldes sind zwei Zentauren herausgearbeitet; der linke, mit einem ungewöhnlichen Drachenschwanz, zielt auf den rechten, der den Schuss mit erhobenem Schild abzuwehren versucht. An der Südfassade zeigt ein Portal zwei Löwen mit aufgerissenen Mäulern, über ihnen den kahlgeschorenen Kopf eines Büßers zwischen den Klingen einer Schere. Und der Turm. Achtundvierzig Meter hoch, damit das höchste Bauwerk Schwäbisch Gmünds. Man datiert ihn zwischen 1240 und 1250, im Übergang zur Frühgotik. Sehen Sie genau hin: Er neigt sich nach Norden. Das Erdgeschoss ist lotrecht gebaut, das erste Obergeschoss ragt auf der Nordseite über, das Glockengeschoss steht wieder senkrecht. Die Sanierung von 1959 bis 1970 hat daran nichts geändert. Auf dem Turmknopf sitzt ein Turmhahn aus feuervergoldetem Kupfer von 1456/57. In der Türmerstube im Dach wachte bis Anfang des 20. Jahrhunderts ein Turmwächter, um bei Feuer in der Stadt sofort Alarm zu schlagen. Die ursprünglichen vier Glocken wurden 1942 eingeschmolzen und nie ersetzt. Im Innenraum steht unter dem Chorbogen die Pfeilermadonna aus der Stauferzeit. Sie gilt als die wertvollste Plastik der Stadt. Früher war sie außen an der Südwestecke der Kirche angebracht und wurde 1972 zum Schutz ins Innere versetzt. Draußen steht seither eine Kopie.
Sie stehen vor der Johanniskirche, einer romanischen Pfeilerbasilika. Ihre Bauzeit setzt man üblicherweise zwischen 1210 und 1230 an. Der Glockenturm ist 48 Meter hoch und das höchste Bauwerk der Stadt. In den Seitenschiffen sind Skulpturen zu sehen, die am Münster ersetzt wurden.
Hier steht die Johanniskirche. Über sie erzählt man sich eine Sage. Eine Frau namens Agnes verlor bei der Jagd ihren Ehering. Sie versprach: Wenn ich ihn finde, baue ich dort eine Kirche. Der Ring fand sich im Geweih eines Hirsches. So erzählt es die Sage. Der Turm ist achtundvierzig Meter hoch und steht ein bisschen schief, nach Norden geneigt. Ganz oben sitzt ein Turmhahn aus vergoldetem Kupfer. Er ist mehr als fünfhundert Jahre alt. Kannst du ihn von unten erkennen?
Koordinaten: 48.7999, 9.79694 · auf der Karte