Stadtohr

Stadtrundgang Rosenheim · Station 15 von 16

Max-Josefs-Platz

· marktplatz, innschifffahrt, fußgängerzone, inn-salzach-stil

Ausführlich

Sie stehen auf dem Max-Josefs-Platz, dem zentralen Platz von Rosenheim. Hier erzähle ich Ihnen die Stadtgeschichte im Zusammenhang. Zuerst zur Lage. Rosenheim entstand im 13. Jahrhundert am westlichen Innufer als Ansiedlung von Schiffsleuten, etwa zur Zeit der Ersterwähnung der Burg im Jahr 1234. Das Gelände an der Innbrücke war wegen des sumpfigen Bodens an der Mangfallmündung lange nicht bebaubar. Deshalb entstand die Siedlung einige hundert Meter vom Fluss entfernt, und das Stadtzentrum liegt nicht direkt am Ufer. Der Ort wurde rasch zum Umschlagplatz für alle Güter, die auf dem Inn transportiert wurden: Vieh, Getreide, Seide, Waffen und Salz. 1328 erhielt er das Marktrecht. Die Rosenheimer Schiffsmeister brachten es durch den regen Warentransport zwischen Hall in Tirol, dem Inn und der Donau hinab bis nach Wien und Budapest zu großem Reichtum. Bis etwa 1600 hatte sich die Siedlung zu einem der größten und bedeutendsten Märkte Bayerns entwickelt. Dann kam der Niedergang im 17. Jahrhundert: der Rückgang der Innschifffahrt, die Folgen des Dreißigjährigen Krieges, eine Pestepidemie 1634 und der Marktbrand 1641. Der Platz selbst entstand im 13. und 14. Jahrhundert in der für Altbayern typischen Form eines langgestreckten Straßenmarktes. Er hieß ursprünglich Innerer Markt, und bis zum Ersten Weltkrieg fand hier die Getreideschranne statt. Seinen heutigen Namen erhielt er zu Beginn des 19. Jahrhunderts, als Bayern 1806 zum Königreich erhoben wurde. Offiziell festgelegt wurde die Umbenennung zu Ehren von König Max I. Joseph aber erst 1882, bei der Neunummerierung der Straßen. Schauen Sie die Häuser entlang. Sie sind im Inn-Salzach-Stil errichtet, der Großteil entstand nach dem Stadtbrand von 1641. Ursprünglich schmale Holzhäuser wurden zu größeren Patrizierhäusern zusammengelegt. Haus Nummer vier ist das Ellmaierhaus, das Sie schon kennen. Haus Nummer zwanzig, das Fortner-Haus, ist das einzige Bürgerhaus in Rosenheim mit einer Rokoko-Stuckfassade. Haus Nummer zweiundzwanzig war nach diesem Quelle von 1641 bis 1878 Sitz der Stadtverwaltung; eine Quelle zum Alten Rathaus nennt einen früheren Beginn, dazu mehr an der letzten Station. Die Getreidesäcke auf einer Relieftafel erinnern an die frühere Handelsnutzung. In der Mitte des Platzes steht ein Brunnen mit der Figur des heiligen Johann Nepomuk, ein Werk des Salzburger Bildhauers Franz de Paula Hitzl aus dem Jahr 1773. Bis in die 1980er Jahre war der Platz einer der verkehrsreichsten Rosenheims. 1983 gewann ein fünfköpfiges Architektenteam den Wettbewerb zur Gestaltung der Fußgängerzone. Mit Rücksicht auf die Architektur wurde bewusst auf Bäume und feste Einbauten verzichtet. Im November 1984 wurde der erste Bauabschnitt eingeweiht, und seit 1984 findet hier jährlich der Christkindlmarkt statt.

Kurzfassung

Sie stehen auf dem Max-Josefs-Platz, dem zentralen Platz von Rosenheim. Er entstand im 13. und 14. Jahrhundert als langgestreckter Straßenmarkt. Die Häuser ringsum stammen größtenteils aus der Zeit nach dem Stadtbrand von 1641. Seit 1984 ist der Platz Fußgängerzone.

Für Kinder

Du stehst auf dem Max-Josefs-Platz. Er ist der wichtigste Platz in Rosenheim. Früher war er ein Marktplatz, auf dem Getreide verkauft wurde. Das Getreide kam oft mit Schiffen über den Inn. Heute dürfen hier keine Autos fahren, es ist eine Fußgängerzone. Alle Häuser am Platz sind im gleichen Stil gebaut, im Inn-Salzach-Stil. In der Mitte steht ein Brunnen mit einer Figur, dem heiligen Johann Nepomuk. Und jedes Jahr gibt es hier den Christkindlmarkt. Warst du schon einmal dort?

Quellen

Koordinaten: 47.855817, 12.127203 · auf der Karte

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