Willkommen in Ravensburg. Wir beginnen im Museumsviertel, vor dem Kunstmuseum. Zuerst ein Blick auf die Stadt. Die ehemalige Reichsstadt liegt im Schussental unweit des Bodensees. Wegen ihrer zahlreichen, gut erhaltenen mittelalterlichen Türme nannte man sie früher „das schwäbische Nürnberg“. Sie entstand auf halber Höhe unterhalb der Veitsburg, auf dem Abhang zur Schussen, und von dieser Burg hat sie ihren Namen. Weithin bekannt ist sie durch die Unternehmensgruppe Ravensburger. Das Kunstmuseum ist das jüngste Haus des Museumsviertels, das von 2009 bis 2013 entstand. Es steht in der Burgstraße, neben dem Museum Ravensburger, und bildet mit diesem, dem Humpis-Quartier und dem Wirtschaftsmuseum das Museumsviertel. Vorher zeigte die Städtische Galerie im Alten Theater am Gespinstmarkt bis 2011 Wechselausstellungen. Der Weg zum neuen Haus war nicht unumstritten. Der Gemeinderat beschloss das Museum im Mai 2009, in der Bevölkerung wurde das kontrovers diskutiert, unter anderem wegen der Finanzierung: Die Stadt mietet das Gebäude für 30 Jahre von einem Bauträger. Der Spatenstich war am 21. September 2010, das Richtfest am 10. Mai 2012. Am 8. März 2013 eröffnete Kulturstaatsminister Bernd Neumann das Museum. Schauen Sie sich die Wand an. Das Stuttgarter Büro Lederer, Ragnarsdóttir, Oei hat das weltweit erste Museum als Passivhaus gebaut. Die Außenwand ist weitgehend fensterlos und besteht aus zwei Schalen: einer tragenden Betonmauer mit 24 Zentimetern Wärmedämmung und außen einer Schale aus gebrauchtem Klinker, der von einem abgebrochenen belgischen Kloster stammt. Oben schließt das Gebäude mit Ziegelgewölben in Form von Kegelstümpfen ab, an der Fassade ablesbar. So wechseln sich am oberen Rand kleinere und größere Bögen ab. Das Büro erhielt dafür 2013 den Deutschen Architekturpreis und den DAM Preis für Architektur in Deutschland, 2014 den Hugo-Häring-Preis. Zur Sammlung: Den Grundstock bildet eine zunächst auf 30 Jahre befristete Dauerleihgabe der Peter-und-Gudrun-Selinka-Stiftung, mit Werken des Expressionismus und der Künstlergruppen CoBrA und SPUR. Die Eröffnungsausstellung hieß „Appassionata – Die Sammlung Selinka im Dialog“. Gezeigt wurden unter anderem Werke von Otto Dix, Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner, Gabriele Münter und Max Pechstein. Am Eröffnungswochenende kamen bei freiem Eintritt etwa 6000 Besucher.
Sie stehen vor dem Kunstmuseum Ravensburg. Es zeigt moderne und zeitgenössische Kunst und wurde am 8. März 2013 eröffnet. Das Gebäude ist das weltweit erste Museum, das als Passivhaus errichtet wurde. Seine Außenwand besteht aus gebrauchtem Klinker eines abgebrochenen belgischen Klosters.
Dieses Museum zeigt moderne Kunst. Das Gebäude ist etwas Besonderes: Es ist das erste Museum der Welt, das als Passivhaus gebaut wurde. Ein Passivhaus braucht sehr wenig Energie zum Heizen. Die Außenwand hat fast keine Fenster. Sie besteht außen aus alten Ziegelsteinen, die von einem Kloster in Belgien stammen. Das Kloster wurde abgerissen, die Steine wurden noch einmal verwendet. Oben am Dach wechseln sich kleinere und größere Bögen ab. Kannst du sie finden?
Koordinaten: 47.780107, 9.614802 · auf der Karte