Sie stehen vor der Lutherkirche, der zweitältesten Kirche in Plauen. Der Grundstein wurde am 24. August 1693 gelegt, am Todestag des Apostels Bartholomäus. Darum heißt sie auch Bartholomäuskirche. Es dauerte 29 Jahre bis zur Kirchweihe am 10. Dezember 1722. Sie ist eine der ältesten barocken Zentralkirchen in Sachsen. Lange war sie die Friedhofskirche der Stadt, direkt daneben lag der 1548 angelegte Friedhof, der Gottesacker. 1813, nach der Völkerschlacht bei Leipzig, diente sie als Lazarett. Von 1840 bis 1861 hielten die Katholiken in Plauen hier ihre Gottesdienste, bis sie sich einen eigenen Raum geschaffen hatten. Ihren heutigen Namen erhielt die Kirche 1883, zum 400. Jubiläum der Geburt Luthers. Vorher hieß sie Gottesackerkirche. Im Inneren steht ein spätgotischer Flügelaltar von etwa 1495, geschaffen von einem Erfurter Meister. Er stand ursprünglich in der Thomaskirche zu Leipzig und kam als Geschenk des Leipziger Stadtrates zur Kirchweihe 1722 nach Plauen. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Altar zum Schutz vor den Bombenangriffen ausgelagert. Und nun zu dem, wofür die Kirche vor allem bekannt wurde. Schauen Sie auf das Seitenportal, direkt gegenüber dem Rathaus. 1989, in der Zeit der politischen Wende, wurden dort hunderte Kerzen aufgestellt. Sie riefen zum friedlichen Protest auf. Laut der Quelle sind die Wachsflecken noch heute an den Stufen sichtbar. Das Portal heißt seitdem Kerzenportal. Zum zehnten Jahrestag der Demonstrationen wurde eine Gedenktafel angebracht. 2008 bis 2010 wurde der Innenraum saniert, der einsturzgefährdete Kirchturm von Grund auf renoviert. Im Dezember 2010 kamen drei neue Glocken aus der Glockengießerei Grassmayr in Innsbruck dazu, größtenteils durch Spenden bezahlt. Die Orgel wechselte mehrfach. Die erste war ein gebrauchtes Instrument aus Oberlosa. 1834 baute Johann Gottlob Mende die zweite, 1926 folgte eine von Jehmlich. Die alte Orgel wurde im Januar 2021 verabschiedet. Für den 300. Kirchweihtag 2022 war eine neue geplant.
Sie stehen vor der Lutherkirche. Sie wurde zwischen 1693 und 1722 erbaut und ist eine der ältesten barocken Zentralkirchen in Sachsen. Ihren Namen trägt sie seit 1883, vorher hieß sie Gottesackerkirche. 1989 standen an einem Seitenportal hunderte Kerzen, die zum friedlichen Protest aufriefen.
Diese Kirche ist über dreihundert Jahre alt. Sie wurde 1693 begonnen und 1722 geweiht. Sie hat einen alten Altar mit Flügeln, der kam aus Leipzig. Früher hieß sie Gottesackerkirche, weil gleich daneben ein Friedhof lag. Berühmt wurde sie aber 1989. Damals haben Menschen hunderte Kerzen an einem Seitentor aufgestellt, um friedlich zu protestieren. Das Wachs ist noch heute an den Stufen zu sehen. Das Tor heißt deshalb Kerzenportal. Magst du die Stufen suchen?
Koordinaten: 50.4955, 12.1338 · auf der Karte