Sie stehen vor der Marienkirche, der evangelisch-lutherischen Hauptkirche Pirnas, am Kirchplatz in der Altstadt. Mit 65 Metern Länge und 35 Metern Breite ist sie nach der Peterskirche in Görlitz und der Annenkirche in Annaberg-Buchholz die drittgrößte Hallenkirche in Sachsen. Der Turm an der Südwestecke ist sechzig Meter hoch und älter als die jetzige Kirche. Er entstand von 1466 bis 1479. Die Halle selbst baute ab 1502 der Werkmeister Peter Ulrich, genannt Peter von Pirna, dessen Haus Sie am Markt gesehen haben. Er begann im Westen und nutzte im Osten die ältere Kirche weiter. 1510 stand das Dachwerk über dreieinhalb Jochen. 1513 oder 1514 starb Ulrich, Markus Ribisch übernahm den Bau. 1523 versiegten die Mittel. Erst ab 1537 ging es weiter, unter Wolf Blechschmidt, der später auch das Rathaus umbaute. 1546 war die Kirche mit dem östlichen Gewölbe vollendet. Schauen Sie nach oben. Das Gewölbe ruht auf acht schlanken, achteckigen Pfeilern. Im Osten zeigt es waghalsige Formen wie Spiralrippen und Hobelspanrippen, über dem Chor ein Fischblasen-Gewölbe. In der Apsis sitzt unter den Astrippen ein Menschenpaar aus Sandstein, bekannt als „Wilder Mann und Wilde Frau“. Seit 1539 ist die Gemeinde evangelisch-lutherisch. Weil das Gewölbe erst danach fertig wurde, konnte der erste evangelische Pastor Anton Lauterbach das Bildprogramm der Ausmalung mitgestalten. Martin Luther und Philipp Melanchthon sind als die Evangelisten Lukas und Markus abgebildet. Als Vorlage für die biblischen Szenen sollen Illustrationen der Lutherbibel von 1532 gedient haben. Zwei Bilder fallen auf: Bewaffnete Knaben kämpfen gegen Störche. Möglicherweise stehen die Störche für die Täufer, die Nikolaus Storch verkörperte. Wandmalereien, die den Ablasshandel des gebürtigen Pirnaers Johann Tetzel verspotteten, wurden bei der Renovierung 1708 beseitigt. Der Taufstein hat einen Fuß von 1561 mit sechsundzwanzig kleinen Kinderfiguren. Den Renaissance-Altar gestalteten zwischen 1609 und 1612 die Brüder Michael und David Schwenke. Bis ins frühe 20. Jahrhundert wohnte über dem Geläut der Türmer. Seine Wohnräume können Sie noch besichtigen. Seit 1994 hat die Kirche das einzige siebenstimmige Geläut der Sächsischen Landeskirche. Die Orgel baute 1842 Friedrich Nikolaus Jahn aus Dresden, zunächst mit 44 Registern auf zwei Manualen und Pedal.
Sie stehen vor der Marienkirche, der evangelisch-lutherischen Hauptkirche Pirnas. Der Bau begann 1502 und war 1546 vollendet. Mit 65 Metern Länge und 35 Metern Breite ist sie die drittgrößte Hallenkirche in Sachsen. Ihr Turm ist sechzig Meter hoch.
Das ist die Marienkirche, eine Hallenkirche. In Sachsen gibt es nur zwei, die noch größer sind. Der Turm ist sechzig Meter hoch. Früher wohnte oben über den Glocken der Türmer, bis ins frühe 20. Jahrhundert. Heute hängen hier sieben Glocken. Schau in der Kirche nach oben: Das Gewölbe ist bemalt. Auf zwei Bildern kämpfen Jungen mit Waffen gegen Störche. Was soll das bedeuten? Forscher wissen es nicht sicher. Vielleicht stehen die Störche für Gegner von Martin Luther. Er selbst ist auch abgebildet, als Evangelist.
Koordinaten: 50.9622, 13.9436 · auf der Karte