Sie stehen vor der Evangelischen Stadtkirche, einer barocken Kirche, 1749 fertiggestellt und damit die älteste erhaltene lutherische Kirche in Offenbach. Sie ist Kulturdenkmal nach dem Hessischen Denkmalschutzgesetz. Zur Vorgeschichte gehört eine Unklarheit, und ich sage sie Ihnen. Graf Reinhard von Isenburg führte in Offenbach die Reformation nach lutherischem Bekenntnis ein; eine Quelle über diese Kirche datiert das auf die Zeit nach 1542, eine Quelle über die Stadt nennt das Jahr 1559. Ich nenne Ihnen die ältere Angabe und sage dazu, dass es zwei gibt. Sicher ist, was danach kam: ab 1592 setzte sich das reformierte Bekenntnis durch, und die Stadt blieb über viele Jahrhunderte reformiert. Für die Lutheraner heißt das, dass sie fast einhundertfünfzig Jahre lang keinen öffentlichen Gottesdienst halten durften. Erst ab 1734 wurde ihnen die Erlaubnis zur öffentlichen Ausübung ihrer Religion wieder erteilt. 1735 bestanden die Lutheraner bereits aus vierzig Familien. Vierzig Familien, die den Landesherrn Graf Wolfgang Ernst III. bitten, ein eigenes Gotteshaus bauen zu dürfen. Die Erlaubnis wurde erteilt, 1737 erwarb die Gemeinde den Bauplatz in der Neugasse, der heutigen Herrnstraße, und am 2. September 1739 fand die Grundsteinlegung in Anwesenheit des Landesherrn statt. Dann ging das Geld aus, und der Bau kam nur schleppend voran. Gerettet hat ihn ein Zufall der großen Politik. 1741 tagten die Vertreter von vierzehn deutschen Fürsten in Offenbach. Sie schenkten der Gemeinde 772 Taler und silberne Abendmahlsgeräte. Diese Geräte tragen die Inschrift: Geschenk des Fürstenkongresses zu Offenbach 1741, und sie befinden sich unverändert im Besitz der Gemeinde. Mit der Geldspende konnte weitergebaut werden. Am 1. Advent 1748 wurde der noch nicht ganz vollendete Bau eingeweiht, 1749 war die kleine Kirche fertig. 1755 fertigte Fürst Wolfgang Ernst zu Isenburg-Bierstein die Errichtungsurkunde aus. 1848 vereinigten sich die lutherische und die reformierte Gemeinde zur vereinigten evangelisch-protestantischen Gemeinde. Die lutherische Kirche trug fortan den Namen Stadtkirche. Schauen Sie auf das Eingangsportal, dort sitzt das Isenburger Wappen. Der Bau hat einen zweigeschossigen, querstehenden Eingangsbau, an der Giebelseite einen Turm mit Laterne, innen einen kleinen rechteckigen Saal mit dreiseitig geschlossenem Chor. Als Baumeister gelten Johann Wilhelm Beck, Johann Fleischmann und Johann Hartmann Leipolt. In der Nacht vom 18. auf den 19. März 1944 zerstörte ein Luftangriff die Kirche, sie brannte bis auf die Umfassungsmauern aus. Der Wiederaufbau erfolgte 1949 unter dem Architekten Heinz Collin nach zeitgemäßen Plänen: Richtfest am 27. März 1949, Wiedereinweihung am 27. November 1949. Danach kam der Barock schrittweise zurück. 1978 bis 1979 brachte eine Innenrestaurierung in den sachlichen Neubau Stilelemente ein, die an den alten Barockbau erinnerten; 2003 unterstrich ein neues Farbkonzept die barocken Elemente noch deutlicher, und im September 2004 wurde außen in der Farbgebung nach alten Vorbildern renoviert. Ein Satz zur Lage, und er leitet zur nächsten Station über. Ebenso wie die Französisch-Reformierte Kirche war auch die Stadtkirche ursprünglich in die Flucht der Wohnhäuser in der Herrnstraße eingebunden. Heute ist sie freistehend und in Nachbarschaft zu unmaßstäblich hohen Bauten. Drehen Sie sich um.
Sie stehen vor der Evangelischen Stadtkirche in der Herrnstraße, einer barocken Kirche. Fertiggestellt wurde sie 1749 und ist damit die älteste erhaltene lutherische Kirche in Offenbach. Grundsteinlegung war am 2. September 1739, die Einweihung am 1. Advent 1748.
Du stehst vor der Evangelischen Stadtkirche. Sie wurde 1749 fertig. Lange durften die Leute hier nicht so beten, wie sie wollten: Der Graf bestimmte, welcher Glaube erlaubt war. Erst ab 1734 durften die Lutheraner wieder öffentlich Gottesdienst feiern. Vierzig Familien fragten den Grafen, ob sie eine eigene Kirche bauen dürfen. Er sagte ja. Dann ging das Geld aus. 1741 trafen sich hier Gesandte von vierzehn Fürsten, und die schenkten der Gemeinde 772 Taler und silbernes Geschirr für das Abendmahl. Dieses Geschirr gibt es heute noch. Schau am Eingang nach dem Wappen.
Koordinaten: 50.1055384, 8.7620922 · auf der Karte