Stadtohr

Stadtrundgang Naumburg (Saale) · Station 15 von 16

Ägidienkurie

Anfang 13. Jahrhundert · kurie, romanik, kapelle, domherren

Ausführlich

Sie stehen an der Ägidienkurie, Domplatz 8. Sie ist ein in Teilen romanisches Gebäudeensemble und gehört zur Straße der Romanik. Die Gebäude dienten ursprünglich als Wohn- und Verwaltungshäuser der Domherren des benachbarten Naumburger Doms und stammen in ihrem Kern vom Anfang des 13. Jahrhunderts. Nach 1532 und noch einmal 1890 wurde die Kurie umfassend erneuert. Die erhaltenen Wirtschaftsgebäude sind romanischen, zum Teil spätgotischen Ursprungs. Schauen Sie auf das Portal an der Ostseite. Es stammt aus der Zeit kurz nach 1532 und besitzt Baldachine und Sitzkonsolen. Nun zur Kapelle. Sie liegt auf quadratischem Grundriss an der südöstlichen Seite. Das Untergeschoss ist einfach gestaltet. Darauf ruht, etwas zurückgesetzt und mit Ecklisenen versehen, das Obergeschoss mit der eigentlichen Kapelle. Ein Fries aus Dreiecken umläuft die Traufe, in der Südwand sitzt ein kleines rundes Fenster, das Dach ist ein Pyramidendach. In der Südwand erkennt man im Obergeschoss noch ein ehemaliges Portal, das über eine hölzerne Freitreppe erreichbar war. Dieser Zugang wurde schon in der Spätgotik entfernt und durch ein Vorhangbogenfenster ersetzt. Die Apsis ragt auf einer Konsole aus der Ostwand. Innen hat das Untergeschoss vier Kreuzgratgewölbe, die auf einem Mittelpfeiler ruhen. Auf den Schlusssteinen sind Fratzen oder geriefelte Zapfen abgebildet. Das Obergeschoss hat einen achteckigen Grundriss, jede Wand wird von zwei Säulen geziert, auf denen ein Rundbogen ruht. Auch die Decke ist ein Gewölbe, mit Rundstabrippen, die von den Ecken zu einem ringförmigen Schlussstein laufen. In der Westwand sitzt ein Vierpassfenster, die Nordwand prägt ein Säulenportal. Der steinerne Altar ist neuzeitlich.

Kurzfassung

Sie stehen an der Ägidienkurie, Domplatz 8. Die Gebäude waren Wohn- und Verwaltungshäuser der Domherren des benachbarten Doms und stammen im Kern vom Anfang des 13. Jahrhunderts. Besonders ist die Kapelle mit achteckigem Obergeschoss. Die Kurie gehört zur Straße der Romanik.

Für Kinder

Du stehst an einem Haus, in dem früher die Domherren wohnten. Das waren die Männer, die zum Naumburger Dom gehörten. Der älteste Teil stammt vom Anfang des 13. Jahrhunderts. Zu dem Haus gehört eine kleine Kapelle, in der man beten konnte. Drinnen hat der Raum oben acht Ecken. An den Schlusssteinen im Untergeschoss der Kapelle sind Fratzen abgebildet, also lustige oder gruselige Gesichter. Magst du Fratzen?

Quellen

Koordinaten: 51.1553, 11.8029 · auf der Karte

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