Stadtohr

Stadtrundgang Meißen · Station 8 von 16

Frauenkirche (Meißen)

1455 · kirche, spätgotik, porzellan, glockenspiel

Ausführlich

Sie stehen vor der Frauenkirche am Markt, einer evangelischen spätgotischen Hallenkirche. Erstmals erwähnt wird sie 1205 in einer Urkunde Bischof Dietrichs II. als Kapelle der Heiligen Maria am Markt. Etwa hundert Jahre später kam der Name Frauenkirche auf. Die Kirche war dem Stift St. Afra unterstellt. Die Afrakirche war die erste Pfarrkirche der Stadt und des Umlandes. Am Markt entwickelte sich dieses Gotteshaus zur Bürgerkirche, 1457 erhielt es das Taufrecht. Nach zerstörerischen Stadtbränden entstand um 1450 bis 1520 ein neuer, repräsentativer Bau. Zur Jahreszahl gibt es zwei Angaben: Wikidata nennt 1455, andere Quellen für den Neubau die Zeit um 1450 bis 1520. Schauen Sie hinauf zum Turm. 1547 zerstörte ein Blitz die Turmspitze. Danach erhielt der Turm seinen achteckigen Aufsatz und 1549 den vergoldeten Turmknopf mit Wetterfahne. Und im Turm hängt etwas Besonderes: das erste stimmbare und damit spielbare Porzellanglockenspiel der Welt. Es wurde 1929 zur 1000-Jahr-Feier von Meißen eingebaut und erklang erstmals am 1. Juni 1929 gegen Mittag. Den Auftrag, es zu entwickeln, hatte 1926 Emil Paul Börner vom Generaldirektor der Staatlichen Porzellanmanufaktur Meißen, Max Adolf Pfeiffer, erhalten. Das Glockenspiel besteht aus 37 Glocken. Heute spielt es täglich um 6:30, 8:30, 11:30, 14:30, 17:30 und 20:30 Uhr Choräle, und jede Viertelstunde schlägt es einen Westminsterschlag. Im Inneren prägen schlanke Achteckpfeiler und Parallelrippengewölbe nach dem Vorbild des Veitsdoms in Prag den Raum. Aus der Zeit um 1500 stammt der prachtvolle Schnitzaltar mit der Marienkrönung im Mittelschrein. Die Orgel von 1929 und 1930 hat 56 Register. Seit 2025 gehört dazu ein Register aus Meißner Porzellan, mit 37 Porzellanpfeifen. Unmittelbar benachbart steht das aufwändige Tuchmachertor aus Sandstein, das um 1600 von der Tuchmacherinnung gestiftet wurde. Beim Hochwasser 2002 blieb der erhöht liegende Marktplatz mit der Frauenkirche verschont, während die Altstadt darunter teils bis zu drei Meter hoch unter Wasser stand.

Kurzfassung

Sie stehen vor der Frauenkirche am Markt, einer spätgotischen Hallenkirche. Ihr Neubau entstand nach Stadtbränden in der Zeit um 1450 bis 1520. Im Turm hängt das erste stimmbare Porzellanglockenspiel der Welt, eingebaut 1929. Es spielt sechsmal täglich Choräle.

Für Kinder

Du stehst vor der Frauenkirche am Markt. In ihrem Turm hängt etwas, das es nirgendwo sonst gab, als es eingebaut wurde: ein Glockenspiel aus Porzellan. Es war das erste stimmbare der Welt. Es hat 37 Glocken und spielt mehrmals am Tag Kirchenlieder, um 6:30, 8:30, 11:30, 14:30, 17:30 und 20:30 Uhr. Außerdem schlägt es jede Viertelstunde. Der Turm hat ein achteckiges Stockwerk und einen vergoldeten Knopf. Hörst du das Glockenspiel? Woraus sind seine Glocken gemacht?

Quellen

Koordinaten: 51.1627, 13.47 · auf der Karte

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