Stadtohr

Stadtrundgang Lutherstadt Wittenberg · Station 7 von 16

Augusteum und Lutherhaus Wittenberg

1504 · luther, augustinerkloster, universitaet, museum

Ausführlich

Sie stehen vor dem Augusteum und vor dem Lutherhaus dahinter. Das Augusteum entstand als Erweiterungsbau der Universität Leucorea. Vom Eingangsportal gelangt man in den Innenhof, wo früher der botanische Garten der Universität lag, und erblickt das ehemalige Wohnhaus Martin Luthers. Heute ist darin das reformationsgeschichtliche Museum. Seit 1996 gehört das Lutherhaus, das bis dahin offiziell Lutherhalle hieß, zum UNESCO-Welterbe. Beginnen wir bei Luther. 1503 erhielten die Augustinermönche, die zum ersten Semester der Universität gekommen waren, das Grundstück des Heiliggeisthospitals am Elstertor. 1504 begannen sie mit dem Bau des Augustinerklosters, des sogenannten Schwarzen Klosters. Luther wurde 1507 vom Ordensgeneral Johann von Staupitz dem neuen Wittenberger Konvent zugewiesen. Er wurde an der Universität promoviert und übernahm 1512 die Professur für Bibelerklärung. In den Jahren, die den Durchbruch seiner neuen Theologie brachten, bewohnte er eine Zelle im Südwesten des Konventhauses, das im 18. Jahrhundert abgebrochen wurde. Nach dem Durchbruch der Reformation überließ der Kurfürst das verwaiste Kloster 1524 Luther und seiner Familie. Sie bewohnten es bis zu Luthers Tod. 1564 verkauften Luthers Erben das Haus an die Universität, die ein Alumnat für Stipendiaten einrichtete. Der große Saal im ersten Obergeschoss diente als Auditorium Theologicum für Vorlesungen und Disputationen und genoss als Luthers Hörsaal besondere Achtung. Von 1761 bis 1813 war das Haus ein Lazarett. 1834 richtete man hier die Lutherschule als Freischule für Arme ein. Ein Wiederaufbau unter Friedrich August Stüler folgte 1853 bis 1856, und von 1877 bis 1883 wurde ein reformationsgeschichtliches Museum eingerichtet. 2004 fand man bei Ausgrabungen ein altes Gewölbe. Das Augusteum ist jünger. Es wurde von 1580 bis 1582 unter dem kurfürstlichen Baumeister Hans Irmisch errichtet. 1598 zog die Universitätsbibliothek aus dem Schloss hierher. Seit 1686 gibt es ein anatomisches Theater. Von 1615 bis 1668 wurde der Innenhof als Botanischer Garten gestaltet. Der Giebel an der Ostwand des Straßenflügels stammt von 1900. Bis 2012 war das Evangelische Predigerseminar hier untergebracht. 2016/17 gab es einen Eigentümerwechsel: Das Land Sachsen-Anhalt verkaufte die Schlosskirche für symbolische 1 Euro an die Evangelische Kirche in Deutschland und erhielt im Gegenzug das Augusteum.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Augusteum, durch dessen Portal man in den Innenhof und zum Lutherhaus gelangt. Das Lutherhaus war ein Augustinerkloster, das ab 1504 gebaut wurde. 1524 überließ der Kurfürst es Martin Luther und seiner Familie. Heute zeigt es ein reformationsgeschichtliches Museum.

Für Kinder

Dieses Gebäude ist ein Teil der alten Universität. Der Eingang führt zu einem Hof, und dort steht das Lutherhaus. Es war einmal ein Kloster, und Martin Luther hat darin als Mönch gelebt. Später schenkte der Kurfürst das Haus Luther und seiner Familie. Sie wohnten hier bis zu Luthers Tod. Heute ist ein Museum darin, das von der Reformation erzählt. Wie würde es sich anfühlen, in einem ehemaligen Kloster zu wohnen?

Quellen

Koordinaten: 51.8642, 12.6525 · auf der Karte

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