Stadtohr

Stadtrundgang Ludwigsburg · Station 12 von 16

Holzmarkt

18. Jahrhundert · platz, denkmal, dichter, obelisk

Ausführlich

Sie stehen auf dem Holzmarkt. Der Platz hat acht Ecken und fällt ab. Das ist Absicht: Der italienische Baumeister Donato Giuseppe Frisoni gestaltete ihn so, dass er den Höhenunterschied zwischen Schloss und Marktplatz überwinden hilft. Wie der Name sagt, diente er viele Jahre dem Holzhandel. Heute befindet sich hier ein unechter Kreisverkehr, bei dem für Fahrzeuge weiterhin rechts vor links gilt. Achten Sie also auf den Verkehr. Zur Mitte. Seit der Stadtgründung stand dort ein einfacher Pumpbrunnen zur Wasserversorgung. 1889 wurde er durch einen größeren Zierbrunnen ersetzt, zu Ehren des Bürgermeisters Heinrich von Abel zum fünfundzwanzigjährigen Dienstjubiläum. Der Abel-Brunnen wurde mit der Zeit unansehnlich. Im Zweiten Weltkrieg legte man hier einen Löschwasserteich an, danach brauchte der Platz eine neue Gestaltung. Man diskutierte, das Schiller-Denkmal vom Schillerplatz hierher zu versetzen. 1947 beschloss man ein Denkmal für die Opfer des Nationalsozialismus, ließ den Plan aber später wieder fallen. 1952 wurde stattdessen der Obelisk aufgestellt, nicht ganz zwölf Meter hoch. Er ist einem Obelisken nachempfunden, den Nikolaus Friedrich von Thouret entworfen hatte. Der stand auf dem Karlsplatz, bis er dem Neubau der Garnisonskirche weichen musste. 1954 kamen die Bronzereliefs hinzu, mit den vier in Ludwigsburg geborenen Dichtern: Justinus Kerner, David Friedrich Strauß, Friedrich Theodor Vischer und Eduard Mörike. Der Obelisk wurde damit zum gemeinsamen Denkmal der Literaten. Die Namen kommen Ihnen vielleicht bekannt vor: Persönliche Gegenstände von Kerner, Mörike und Strauß zeigte schon die erste Ausstellung des Historischen Vereins 1901, und Vischers Arbeitszimmer überließ sein Sohn Robert 1912 dem Verein. Der Holzmarkt-Quelle schreibt Theodor Friedrich Vischer, die anderen Quelle Friedrich Theodor. Ich nenne ihn in der Form, die die Mehrheit verwendet.

Kurzfassung

Sie stehen auf dem Holzmarkt, einem achteckigen, abschüssigen Platz. Der Baumeister Frisoni gestaltete ihn. Er hilft, den Höhenunterschied zwischen Schloss und Marktplatz zu überwinden, und diente lange dem Holzhandel. In der Mitte steht seit 1952 ein Obelisk, nicht ganz zwölf Meter hoch.

Für Kinder

Dieser Platz hat acht Ecken und geht ein Stück bergab. Er verbindet das Schloss mit dem Marktplatz. Früher wurde hier Holz verkauft, deshalb heißt er Holzmarkt. In der Mitte steht ein Obelisk, fast zwölf Meter hoch. Auf ihm sind vier Dichter abgebildet, alle in Ludwigsburg geboren: Justinus Kerner, David Friedrich Strauß, Friedrich Theodor Vischer und Eduard Mörike. Autos fahren hier rund um die Mitte, und es gilt rechts vor links. Kannst du die vier Dichter auf dem Obelisken finden?

Quellen

Koordinaten: 48.8987261, 9.1914823 · auf der Karte

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