Stadtohr

Stadtrundgang Ludwigsburg · Station 14 von 16

Blühendes Barock

1954 · garten, märchengarten, gartenschau, schlosspark

Ausführlich

Sie stehen im Blühenden Barock. So heißen die Gärten rund um das Residenzschloss. Sie umgeben das Schloss auf drei Seiten, zusammen dreißig Hektar. Zur Geschichte. Beim Bau des Schlosses ab 1704 wurden nördlich und südlich Gärten angelegt, Herzog Carl Eugen erweiterte und gestaltete sie um. Der Ostgarten entstand ab 1797 unter Herzog Friedrich dem Zweiten. 1828 wurden die Gärten unter König Wilhelm dem Ersten für das Volk geöffnet und landwirtschaftlich genutzt. Zum 250-jährigen Jubiläum von Schloss und Stadt 1954 gestaltete Albert Schöchle die Anlagen ab 1953 völlig neu, teils historisch, teils dem Barock frei nachempfunden. Eröffnet wurde am 23. April 1954 mit einer Jubiläumsgartenschau unter dem Namen Blühendes Barock. Hunderttausende Besucher kamen, auch Bundespräsident Theodor Heuss. Mit den Einnahmen ließ sich sogar der größte Teil der Neugestaltung bezahlen. Also beschloss man, das Blühende Barock als Dauergartenschau zu betreiben. 1961 kam die Große Broderie auf der Nordseite hinzu. Schauen Sie sich um. Im Südgarten, dem Haupteingangsbereich, unterbricht ein runder See den breiten Weg, links und rechts liegen Anlagen im Stil eines französischen Barockgartens. Der Nordgarten reicht hin zu Schloss Favorite, mit Terrassen und einer barocken Broderie um ein Bassin mit Mittelfontäne. Der Ostgarten ist im englischen Stil gehalten. Dort liegt auch der größte noch erhaltene Eiskeller einer süddeutschen Schlossanlage, in den Steilhang eingegraben, das Gewölbe rund 9,5 Meter hoch und 4,2 Meter breit. Der 30 Meter lange Posilippotunnel von 1801 ist eine treppenlose Verbindung zum Unteren Obstgarten. Und die Märchen. Seit 1959 gibt es im Ostgarten den Märchengarten. Albert Schöchle hatte 1957 auf einer Fahrt, um Tiere zu kaufen, zufällig den niederländischen Märchenwald im heutigen Efteling kennengelernt. Den Aufsichtsrat in Ludwigsburg zu überzeugen war schwer. Es gelang erst bei einem gemeinsamen Besuch, den Schöchle bewusst auf einen Sonntag legte: Die vielen Besucher dort überzeugten. Die ersten neun Szenen waren unter anderem Hänsel und Gretel, Aschenputtel und Frau Holle. Im Jahr 2006 waren es über vierzig. Am oberen Eingang sitzt ein steinerner Drache, der ständig Bitte Papier ruft. Wirft man ihm Papier in den Schlund, sagt er Danke.

Kurzfassung

Sie stehen am Blühenden Barock, den Gärten rund um das Residenzschloss. Dreißig Hektar umgeben das Schloss auf drei Seiten. Eröffnet wurde das Blühende Barock am 23. April 1954 mit einer Jubiläumsgartenschau. Seit 1959 gibt es hier auch einen Märchengarten.

Für Kinder

Hier ist ein Garten, der ein Schloss umgibt. Und in dem Garten gibt es einen Märchengarten. 2006 zählte man dort über vierzig Märchenszenen, darunter Hänsel und Gretel, Aschenputtel, Frau Holle und viele mehr. Am oberen Eingang sitzt ein Drache aus Stein. Er ruft immer: Bitte Papier. Wirfst du ihm Papier in den Schlund, sagt er laut: Danke. Auch Rapunzel gibt es, in einem Turm. Du rufst: Rapunzel, lass deinen Zopf herunter, und von oben kommt ein Strick herab. Der Märchengarten entstand 1959. Welches Märchen würdest du als erstes besuchen?

Quellen

Koordinaten: 48.9, 9.19583 · auf der Karte

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