Sie stehen vor dem Stadttheater Lindau, dem städtischen Theater, mit rund 700 Sitzplätzen. Aber das Haus war einmal eine Kirche. Im 13. Jahrhundert kamen Barfüßermönche nach Lindau und gründeten eines der ersten Klöster des Franziskanerordens nördlich der Alpen. 1224 entstand das Kloster, 1241 bestätigte es Bischof Heinrich von Konstanz. Ende des 13. Jahrhunderts wurde das Kirchenschiff zu einer dreischiffigen Hallenkirche erweitert, 1380 war der Chor in spätgotischer Form vollendet. Die Kirche bekam Freskenschmuck. An der Südwand der heutigen Bühne hat sich das Fresko des Jüngsten Gerichts von 1516 erhalten, gemalt von Mathis Miller. Der Name Mathis Miller begegnet Ihnen auch in der Peterskirche. Die Reformation brachte 1528 das Ende des Klosters, das Gebäude fiel an die Stadt. Der Kirchenraum diente zeitweise als Salzstadel. 1658 wurde die Barfüßerkirche zur evangelischen Dreifaltigkeitskirche. 1747 bis 1749 trennte man den Chor vom Kirchenschiff und zog eine Decke ein. Im Erdgeschoss war damals die Reichsstädtische Bibliothek untergebracht, deren heutigen Sitz Sie vorhin gesehen haben. 1798 wurde die Dreifaltigkeitskirche geschlossen. Der Raum diente nun als Kaserne, Militär- und Feuerwehrmagazin und als Turnhalle. Ab 1868 nutzte man den Bau kulturell. Im oberen Chorraum entstand ein Konzertsaal, und 1886/87 errichtete der Münchner Architekt Wimmer einen Theatersaal in der Barfüßerkirche. Die erste Vorstellung war am 2. Oktober 1887. Zuvor hatte man seit 1779 im Zeughaus Theater gespielt, bis diese Spielstätte 1881 aus polizeilichen Gründen geschlossen wurde. 1950 und 1951 baute der Architekt Robert Braun das Theater um. Im Stil der 1950er Jahre gestaltete er den großen Zuschauersaal mit 800 Plätzen neu. Die ovale Decke schmückt ein Relief des Bildhauers Mezger, die Muse Thalia auf dem Pegasus reitend. An die Südwand der ehemaligen Kirche wurde das neue Bühnenhaus gebaut. Fassade, Eingangsbereich und der Konzertsaal im früheren Chor lassen den Kirchenraum noch erkennen. Theatersaal und Foyers dagegen gelten als erstes denkmalgeschütztes Theater Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg. Am 19. Mai 1951 wurde das Stadttheater mit Mozarts Hochzeit des Figaro in einer Aufführung der Bayerischen Staatsoper eröffnet. Seit der Renovierung 1986 hat der Zuschauerraum 688 Plätze, von allen hat man gute Sicht. Im ehemaligen Konzertsaal im Chor spielt seit dem Jahr 2000 die Lindauer Marionettenoper, die Bernhard Leismüller gegründet hat. Etwa 500 Marionetten hat er gebaut. Seit 1951 ist das Haus auch Heimstatt für das Lindauer Nobelpreisträgertreffen.
Sie stehen vor dem Stadttheater Lindau. Das Haus ist in einer ehemaligen Franziskanerkirche untergebracht und wurde am 19. Mai 1951 mit Mozarts Hochzeit des Figaro eröffnet. Zuschauerraum und Foyers gelten als erstes denkmalgeschütztes Theater Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg.
Dieses Theater war früher eine Kirche. Mönche vom Orden der Franziskaner gründeten hier 1224 ein Kloster. Später war der Kirchenraum teilweise ein Lager für Salz, dann eine Kaserne, und sogar eine Turnhalle. Seit 1951 ist es ein Theater. An einer Wand der Bühne ist noch ein Bild aus der Kirchenzeit, das Jüngste Gericht von 1516. Im oberen Teil spielt die Marionettenoper mit Puppen an Fäden. Etwa 500 Marionetten hat ihr Gründer gebaut. Was würdest du dort gern einmal sehen?
Koordinaten: 47.545859138, 9.687001779 · auf der Karte