Sie stehen vor der Peterskirche, dem ältesten Sakralbau Lindaus, am westlichen Rand der Altstadt. Die im Kern romanische Kirche geht auf das 11. Jahrhundert zurück. Heute ist sie nicht mehr Gotteshaus, sie wurde profaniert und beherbergt seit den 1920er Jahren eine Kriegergedächtnisstätte. Schauen Sie sich den Ort an. Um die Peterskirche liegt der älteste Siedlungskern der Insel. Die Lokalforschung geht von einer Fischersiedlung aus, daher ist die Kirche Petrus geweiht, dem Schutzpatron der Fischer. Eine zweite Keimzelle lag um den heutigen Marktplatz. Sie erhielt ihr städtisches Gepräge erst, als der Markt 1079 vom festländischen Aeschach auf die Insel verlegt wurde. Danach wich wohl der hölzerne Vorgängerbau einer Steinkirche. Die Lage des Turms legt nahe, dass er ein schon bestehender Wachturm war, der an der damals ufernahen Stelle zur Beobachtung und Verteidigung diente. 1180 wurde die Stephanskirche neue Pfarrkirche der Insel, die Peterskirche verlor an Bedeutung. Fortan nutzte sie eine Beginen-Gemeinschaft, Frauen aus den niederen Schichten, die sich ganz der Krankenfürsorge widmeten. Ihr Haus, der „Closmen“, soll 1264 erbaut worden sein. Drinnen sehen Sie spätgotische Wandmalereien von überregionaler Bedeutung, oft, aber ungesichert Hans Holbein dem Älteren zugeschrieben. Um 1485/90 entstand die Lindauer Passion an der östlichen Nordwand, ihr Urheber ist umstritten. Um 1520 folgte die Ausmalung der östlichen Stirnwand und der Apsis. Dass Mathis Miller, Zunftmeister der Lindauer Schmiede und Bildhauer, mitwirkte, ist belegt. Mit der Reformation 1528 fiel der kirchliche Zweck schrittweise weg. Spätestens im 17. Jahrhundert wurde die Kirche profaniert, sie diente als Arsenal und später als Holz- und Kohlelager. 1811 sollten der Petersturm und der nahe Diebsturm abgebrochen und die Steine für den Hafen verwendet werden. Der Plan wurde fallengelassen. 1928 erhielt die Kirche ihre heutige Nutzung. Der Stadtrat hatte in den 1920er Jahren einen Wettbewerb für ein Ehrenmal ausgerufen. Unter 95 Vorschlägen setzte sich die Münchner Künstlerin Marie Feulner durch, mit einer Marmorplastik eines Unbekannten Soldaten. Gedenktafeln erinnern an die Toten und Vermissten des Deutsch-Französischen Kriegs und der beiden Weltkriege. 1981 kamen die 17 Opfer der NS-Gewaltherrschaft hinzu, in der Mehrheit jüdische Lindauer.
Sie stehen vor der Peterskirche, dem ältesten Sakralbau Lindaus. Die im Kern romanische Kirche geht auf das 11. Jahrhundert zurück. Sie ist nicht mehr Gotteshaus, sondern beherbergt seit den 1920er Jahren eine Kriegergedächtnisstätte. Bekannt ist sie für ihre spätgotischen Wandmalereien.
Das ist die älteste Kirche von Lindau. Sie geht auf das 11. Jahrhundert zurück. Um sie herum lag nach Ansicht der Forscher eine Fischersiedlung, deshalb ist die Kirche Petrus geweiht, dem Schutzpatron der Fischer. Später diente sie als Arsenal und als Lager für Holz und Kohle. Heute erinnert sie an Menschen, die in Kriegen gestorben sind. Drinnen sind alte Wände bemalt. Über dem Eingang gibt es ein Fenster mit einem Fischblasen-Muster. Weißt du, was ein Fischer zum Fischen braucht? Und wie passt das zu diesem Fenster?
Koordinaten: 47.54675, 9.68203 · auf der Karte