Stadtohr

Stadtrundgang Landshut · Station 15 von 16

Stadtresidenz Landshut

1536 · renaissance, palast, herzog ludwig x., italien

Ausführlich

Sie stehen vor der Stadtresidenz, einem Palastbau mitten in der Altstadt. Herzog Ludwig X. ließ ihn von 1536 bis 1543 bauen. Die Stadtresidenz gilt als das früheste Werk der Hochrenaissancearchitektur nördlich der Alpen, das sich auf italienische Vorbilder bezieht. Als Vorbild gilt vor allem der Palazzo del Te in Mantua. Das Haus hat zwei Teile. Zuerst errichtete der Augsburger Baumeister Bernhard Zwitzel 1536 und 1537 den Deutschen Bau. Er bildet den Ostflügel und die Schaufassade, die Sie sehen. Etwa gleichzeitig fand der Herzog bei einem Italienbesuch großen Gefallen am Palazzo del Te. Es gibt die These, dass er dessen Architekten Giulio Romano für die Erweiterung engagierte. Dieser oder ein nicht namentlich bekannter Schüler baute ab 1537 zur Ländgasse hin den Italienischen Bau. Mit dem viergeschossigen Deutschen Bau umschließt er einen Innenhof von rund 27 mal 20 Metern. Die Rolle Romanos ist in der Forschung allerdings umstritten. Von außen ahnt man den Hof nicht. Der Italienische Bau hat zum Hof hin rustizierte Arkaden, die eine Loggia bilden, getragen von Säulen mit kreisrundem Querschnitt. Diese Lösung taucht in Landshut zum ersten Mal auf und wurde danach in Italien weit verbreitet. Eine Quelle sieht darin einen Beleg, dass die Stadtresidenz international als Schlüsselwerk gilt. Im Durchgang vom Hof zur Ländgasse gibt es eine achteckige Kassettierung, perspektivisch so angelegt, dass sie vom Standpunkt des Betrachters aus richtig erscheint. Auch das ist in Landshut zum ersten Mal zu sehen. Andrea Palladio griff später die Idee des Innenhofs und die symmetrische Treppenanordnung in der Eingangshalle für den Palazzo Porto in Vicenza auf. Die Prunkräume mit Stuck und Fresken sind bis heute eine Touristenattraktion der Stadt, neben der Burg Trausnitz. Den Stuck schufen Italiener aus Mantua, die Malereien Künstler wie Herman Posthumus, Hans Bocksberger der Ältere und Ludwig Refinger. Im 18. Jahrhundert gestaltete der Hofbaumeister Karl Albert von Lespilliez die Schaufassade klassizistisch um, als Pfalzgraf Wilhelm von Birkenfeld-Gelnhausen von 1780 bis 1799 hier wohnte. Von ihm haben die Birkenfeld-Zimmer ihren Namen. Kronprinz Ludwig lebte während seines Studiums hier. 1803 erhielten einige Räume frühe französische Wandtapeten, die man 1993 bis 2003 bei der Innenrenovierung wieder freilegte.

Kurzfassung

Sie stehen vor der Stadtresidenz, die Herzog Ludwig X. von 1536 bis 1543 bauen ließ. Sie gilt als das früheste Werk der Hochrenaissancearchitektur nördlich der Alpen, das sich auf italienische Vorbilder bezieht. Vorbild war der Palazzo del Te in Mantua.

Für Kinder

Dieser Palast wurde von 1536 bis 1543 für Herzog Ludwig X. gebaut. Der Herzog hatte in Italien einen Palast gesehen, der ihm sehr gefiel, den Palazzo del Te in Mantua. Danach ließ er in Landshut einen Palast im italienischen Stil bauen. Er gehört zu den ersten Renaissancebauten nördlich der Alpen. Hinter der Fassade liegt ein Innenhof, von außen sieht man ihn nicht. Er ist rund 27 mal 20 Meter groß. Wie viele Schritte, glaubst du, brauchst du, um ihn zu durchqueren?

Quellen

Koordinaten: 48.5361, 12.1508 · auf der Karte

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL. Routing: Valhalla auf OSM-Daten. Objektdaten: Wikidata (CC0). Fotos: Wikimedia Commons, Urheber und Lizenz je Bild.