Stadtohr

Stadtrundgang Landshut · Station 10 von 16

Heilig-Geist-Kirche

1407 · backsteingotik, hallenkirche, hans von burghausen, spital

Ausführlich

Sie stehen vor der Heilig-Geist-Kirche. Sie schließt den Straßenzug Altstadt nach Norden ab und liegt nur wenige Meter von der Großen Isar. Gegenüber, auf der anderen Seite der Altstadt, liegt das 1208 gegründete Heilig-Geist-Spital, das mit der Kirche historisch eng verbunden ist. Die Grundsteinlegung war am 20. Januar 1407, dort, wo um 1200 eine romanische Basilika gestanden hatte. Reste dieser Vorgängerkirche, ebenfalls ein Backsteinbau, fand man in den 1990er Jahren bei Sanierungsarbeiten. Die Pläne stammen von Hans von Burghausen. Derselbe Baumeister begann etwa zur gleichen Zeit die Martinskirche. 1418 war nach einer Inschrift die Sakristei fertig. Nach seinem Tod 1432 waren Chor und die beiden östlichen Joche des Langhauses fertig. Hans Stethaimer übernahm. 1444 setzte man den Dachstuhl auf und mauerte den hohen Westgiebel auf, 1446 wurde das Dach eingedeckt, 1461 das Gewölbe eingezogen. So steht es auf einem Schlussstein des Mittelschiffgewölbes. Schauen Sie hinein, wenn Sie können: Drei gleich hohe Schiffe zu je sechs Jochen, überspannt von einem Sterngewölbe. Wegen der gleichmäßigen Höhe erscheint der Raum besonders weit. An der Westseite steht die Portalvorhalle, die für viele weitere Kirchen Vorbild war. Das Westportal wird Hans Stethaimer zugeschrieben. Im Tympanon sieht man eine Weltgerichtsszene, über dem Spitzbogen steht die Jahreszahl 1462. Der Turm an der Nordseite blieb unvollendet. Ursprünglich sollte er höher werden als der der Martinskirche, doch das wurde aus Kostengründen nicht verwirklicht. Andere Stimmen sagen, er halte sich vornehm zurück. In der Katharinenkapelle gibt es Glasgemälde von 1511. Die Sakristei hat eine Gewölbekonsole, die als Selbstbildnis des Hans von Burghausen gedeutet wird. Eine Quelle nennt die Kirche sein Meisterwerk. Dann die Schäden. In den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs wurde sie schwer beschädigt, als zurückziehende Truppen die nahe Heilig-Geist-Brücke über die Große Isar sprengten. Von 1992 bis 1998 wurde sie saniert, vor allem weil die Eichenpfahlfundamente infolge des absinkenden Grundwasserspiegels verfaulten. Der Chor hatte sich schon gesenkt, es gab Risse, und das Gewölbe drohte einzustürzen. Seit 1998 nutzen die Museen der Stadt Landshut die Kirche für Ausstellungen. Sie ist aber nicht profaniert, einmal im Jahr, am Pfingstmontag, findet ein Gottesdienst statt. Das Spital besuchen wir als Nächstes.

Kurzfassung

Sie stehen vor der Heilig-Geist-Kirche am nördlichen Ende der Altstadt, nur wenige Meter von der Großen Isar. Die Grundsteinlegung war am 20. Januar 1407, 1461 war der Bau fertig. Hans von Burghausen plante die spätgotische Hallenkirche. Heute zeigen die Museen der Stadt hier Ausstellungen.

Für Kinder

Diese Kirche steht ganz nah an der Isar. Der Grundstein wurde am 20. Januar 1407 gelegt. Den Plan machte Hans von Burghausen, der auch die Martinskirche baute. Drinnen sind drei Schiffe gleich hoch. Deshalb wirkt der Raum besonders weit. Der Turm sollte höher werden als der der Martinskirche. Weil das Geld fehlte, ist er kürzer geblieben. Der Gottesdienst findet nur einmal im Jahr statt, am Pfingstmontag. Sonst gibt es Ausstellungen. Findest du den Turm der Kirche? Ist er hoch oder niedrig?

Quellen

Koordinaten: 48.538665303, 12.152588808 · auf der Karte

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