Sie stehen am Rathausplatz, neben dem Ponikauhaus, einem Prunkbau der ehemaligen Reichsstadt. Das Haus, nach dem diese Station benannt ist, gibt es nicht mehr. Die Stern-Apotheke war ein denkmalgeschütztes Bauwerk aus dem 16. Jahrhundert. Dreigeschossig, zum Platz hin mit einer Neorenaissancefassade mit fünf Fensterachsen, darüber ein steiles, viergeschossiges Satteldach mit vier Gaubenreihen. Der Giebel war spätgotisch, mit zwei großen Spitzbogenblenden, und innen gab es im Erdgeschoss Zimmer mit Bandelwerkstuck von 1730. Michael Petzet beschrieb den Giebel als bemerkenswert. 1960 erwarb die Sozialbau Kempten GmbH das Haus. 1961 wurde es trotz seines Schutzstatus im Zuge der Altstadtsanierung abgerissen, wegen angeblicher Baufälligkeit. Die Altstadtsanierung war ein bundesweites städtebauliches Pilotprojekt. Zur Heinrichgasse, einem schmalen Verbindungsweg vom Stadttheater zum Rathausplatz, hatte das alte Haus zum Teil vermauerte rund- und spitzbogige Lichtschlitze, und sein Seitenportal aus dem frühen 17. Jahrhundert bestand aus Pilastern unter einem Dreiecksgiebel. Die Nordseite des Rathausplatzes wurde danach zwischen 1961 und 1965 neu bebaut, nach einem Entwurf der Sozialbau Kempten mit Dipl.-Ing. Gerd Selzer. Bei der Stern-Apotheke war die Baumaßnahme 1962 vollendet, in Übereinstimmung mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege. Die neuen, historisierenden Sgraffito-Fassaden von Franz Weiß sollten sich nach den Vorstellungen der Stadtplaner harmonischer ins Stadtbild fügen als die alten, zum Teil stark veränderten Bürgerhäuser. Schauen Sie sich das Ergebnis an. Es wurde 1990 als missglückt beschrieben. Neben der neuen Stern-Apotheke entstand im Zuge der Baumaßnahme noch ein weiteres Wohn- und Geschäftsgebäude. Die neue Stern-Apotheke bestand bis 2014, heute befinden sich in dem Betonbau Büroräume.
Sie stehen am Rathausplatz, wo die alte Stern-Apotheke stand. Das denkmalgeschützte Haus aus dem 16. Jahrhundert wurde 1961 abgerissen, trotz Schutzstatus, im Zuge der Altstadtsanierung. An seine Stelle trat ein historisierender Betonbau. Die neue Stern-Apotheke bestand bis 2014.
An dieser Stelle stand einmal ein altes Haus aus dem 16. Jahrhundert, die Stern-Apotheke. Es stand unter Denkmalschutz, trotzdem wurde es 1961 abgerissen, weil es angeblich baufällig war. Dafür baute man ein neues Haus aus Beton, das alt aussehen sollte. Die neuen Fassaden gestaltete Franz Weiß. Später fand man, dass das nicht gut gelungen war. Wie sieht ein Haus aus, das nur so tut, als wäre es alt?
Koordinaten: 47.7265, 10.3178 · auf der Karte