Sie stehen vor der Fürstäbtlichen Residenz, dem einstigen Wohn- und Repräsentationspalast der Fürstäbte, und damit am Ende unseres Rundgangs. Die Residenz war zugleich Fürstensitz und Kloster. 1632 zerstörten die Schweden mit Unterstützung der Reichsstädter die Klosteranlage, am 22. Mai. Danach trug man die Ruine ab. Fürstabt Roman Giel von Gielsberg wollte das neue Kloster ursprünglich weiter von der Reichsstadt entfernt bauen, entschied sich dann aber doch für den alten Standort. 1651 wurde aus einem als Kornhaus gedachten Gebäude ein Flügel der Residenz. Baumeister wurde Michael Beer aus Vorarlberg. Ab 1654 war es Johann Serro, der 1665 von Beer errichtete Teile wieder abreißen ließ. 1668 bezog der Fürstabt seine Räume, gegen Ende 1674 der Konvent. Schauen Sie auf die Anlage: ein Rechteck von etwa 149 mal 84 Metern, durch einen Querbau in zwei fast gleich große Innenhöfe geteilt, an den Ecken quadratische Türme mit Oktogon und Haube. Hier noch ein Detail aus unserer Doppelstadt: Zur Südseite, zur Reichsstadt hin, gab es ursprünglich keine Türöffnung. Den Eingang dort, einen Risalit, errichtete man erst 1895. Von 1732 an ließ Fürstabt Anselm von Reichlin-Meldegg zahlreiche Räume zu Prunkräumen im Stil des Rokoko umgestalten. Franz Georg Hermann malte, der Münchner Hofbildhauer Egid Verhelst schuf Skulpturen, Johann Georg Üblher und andere Künstler der Wessobrunner Schule den Stuck. Die Raumfolge entspricht dem Schema für Appartements weltlicher Regenten: Festsaal, Vorzimmer, Audienzzimmer, Schlafzimmer. Nach der Säkularisation 1803 zog das bayerische Militär ein und blieb bis 1945 in der Schlosskaserne. Danach lebten hier Displaced Persons, vor allem Litauer. Erst 1952 waren Prunkräume und Fürstensaal wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Heute sitzen Amts- und Landgericht im Haus, und der Heimatverein Kempten führt durch die Prunkräume. Östlich steht seit 1972 ein großes Kaufhaus, das als optischer Konkurrent der Residenz gilt. Vorher stand dort der städtische Schlachthof. Die beiden Städte, die Sie auf diesem Rundgang gesehen haben, wurden 1818 zu einer Stadt.
Sie stehen vor der Fürstäbtlichen Residenz, dem einstigen Wohn- und Repräsentationspalast der Fürstäbte. Sie ist der erste monumentale Klosterkomplex, der in Deutschland nach dem Dreißigjährigen Krieg errichtet wurde. Gebaut wurde ab 1651. Heute sitzen hier Gerichte.
Das war das Schloss der Äbte, die Kempten regierten, die Fürstäbte. Sie bauten es ab 1651, nachdem ein Krieg die alte Klosteranlage zerstört hatte. Es hat zwei große Innenhöfe und an den Ecken Türme. Drinnen gibt es Prunkräume mit Gemälden, Statuen und Stuck. Später zog das Militär ein, und heute sitzen Gerichte darin. Die Prunkräume kann man bei Führungen besichtigen. Welchen Raum würdest du als Fürstabt zuerst einrichten?
Koordinaten: 47.72827, 10.3132 · auf der Karte