Stadtohr

Stadtrundgang Kassel · Station 16 von 16

Karlskirche

1698–1710 · kirche, hugenotten, barock, carillon

Ausführlich

Sie stehen vor der Karlskirche, auch Oberneustädter Kirche genannt. Sie ist ein protestantisches Kirchengebäude in der Kasseler Innenstadt, von Paul du Ry in barocker Form gebaut und 1710 eingeweiht. Sie liegt an der Frankfurter Straße, dem ehemaligen Zentrum der Oberneustadt. Zur Vorgeschichte. Landgraf Karl hatte in der neu gegründeten Oberneustadt Religionsflüchtlinge aus Frankreich angesiedelt, die Hugenotten. Am Ende des 17. Jahrhunderts bemühten sie sich zunehmend um ein eigenes Gotteshaus. 1697 wurde ihrem Antrag stattgegeben. Am 3. August 1698, an seinem 45. Geburtstag, legte Landgraf Karl den Grundstein. Am 12. Februar 1710 weihte der französische Prediger die Kirche ein. Sie diente der Gemeinde der Kasseler Hugenotten als Kultort. Erst 1867 fand in ihr der letzte Gottesdienst in französischer Sprache statt. Schauen Sie auf die Form. Der Grundriss ist ein langgezogenes Achteck, das an den Ecken von markanten Strebepfeilern gegliedert wird. Ursprünglich gab es an der Hauptseite zur Frankfurter Straße einen rechteckigen Vorbau mit den Treppenhäusern und dem Haupteingang. Diese Fassade wurde nach dem Krieg nicht rekonstruiert. Auch die mächtige Kuppel ging im Krieg verloren. Eine schlichte Dachkonstruktion ersetzt sie. Im Inneren gab es ursprünglich keine Emporen. Erst 1730 und 1874 kam jeweils eine umlaufende Empore hinzu, auch sie wurden nicht rekonstruiert. Im Herbst 1943 wurde das Gebäude durch alliierte Bombenangriffe schwer beschädigt. Die Kuppel und die gesamte Inneneinrichtung gingen verloren. 1957 konnte der stark vereinfachte Baukörper wieder als Kirche genutzt werden. Bei der Renovierung 2020 wurden der Marmorfußboden samt Fußbodenheizung erneuert und die Empore vergrößert, sodass unten Toiletten und eine Küche und ein Aufzug Platz fanden. Hören Sie auch auf die Glocken. Am Ostersonntag 1957 wurde ein Carillon aus 35 Glocken eingeweiht, gegossen von Friedrich Wilhelm Schilling in Heidelberg. 1989 und 1995 wurde das Glockenspiel erweitert. Heute umfasst es vier Oktaven und 47 Glocken. Die Gemeinde der Karlskirche ging am 1. Januar 2008 in die neue Gemeinde Kassel-Mitte auf. Seit dem 1. Januar 2026 gehört die Karlskirche zur Evangelischen Kirchengemeinde Kassel-Stadtmitte. Hier endet unser Rundgang. Er begann mit einer Eiche und einem Basaltstein, führte durch Landgrafenzeit, Aufklärung und Zerstörung bis zu den Hugenotten, die Landgraf Karl in der Oberneustadt ansiedelte. Draußen auf dem Karlsplatz steht er selbst, in Stein, an der Kirche, die seinen Namen trägt.

Kurzfassung

Sie stehen vor der Karlskirche, auch Oberneustädter Kirche genannt. Paul du Ry baute die barocke Kirche für die Kasseler Hugenotten, 1710 wurde sie eingeweiht. Sie hat einen oktogonalen Grundriss. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie schwer beschädigt und in vereinfachter Form wiederaufgebaut.

Für Kinder

Du stehst vor einer Kirche, die nicht rund und nicht eckig ist, sondern ein langgezogenes Achteck. Sie heißt Karlskirche. Gebaut wurde sie für die Hugenotten. Das waren Religionsflüchtlinge aus Frankreich. Landgraf Karl hat sie in Kassel aufgenommen. Er legte 1698 den Grundstein, und 1710 wurde die Kirche eingeweiht. Bis 1867 gab es hier Gottesdienste auf Französisch. In der Kirche hängt ein Glockenspiel mit 47 Glocken. Wie klingt wohl ein Glockenspiel?

Quellen

Koordinaten: 51.3117, 9.49472 · auf der Karte

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