Stadtohr

Stadtrundgang Herne · Station 6 von 16

St. Marien (Herne-Baukau)

1907–1909 · kirche, neugotik, ziegelbau, baukau

Ausführlich

Sie stehen vor St. Marien in Herne-Baukau, einer katholischen Gemeindekirche der St. Dionysius-Gemeinde. Sie liegt im Norden der Stadt, im Mittelteil der Bismarckstraße, und ihre Doppelturmfassade zeigt zur Straße. Beginnen wir mit dem, was Sie sehen. Die Kirche ist eine dreischiffige Hallenkirche mit Querhäusern aus roten Backsteinziegeln, das Dach ist mit grauem Schiefer gedeckt. Der Autor Thomas Parent nennt die Ziegelfassade die wohl kunstvollste im Ruhrgebiet. Schauen Sie auf das Hauptportal. Links und rechts flankieren es je vier Säulen mit korinthischen Kapitellen, vollständig aus rotem Tonziegel. Über dem Portal ist eine gekrönte Marienfigur mit Kind angebracht, im Giebel dahinter steckt eine Glasrosette und ein Relief, das Christus als Weltenrichter zeigt. Die beiden Türme sind rund 60 Meter hoch, mit Spitzhelmen aus Kupfer, und an ihren Ecken stehen über kleinen Fialen je vier Engelfiguren. Die Geschichte dieses Hauses ist die einer Gemeinde, die schneller wuchs als ihre Kirche. Baukau gehörte zunächst als Vikarie zur Herner St.-Bonifatius-Gemeinde. Als die Zahl der Gemeindemitglieder stark stieg, bewilligte man im November 1897 40.000 Mark und im Juni 1900 noch einmal 10.000 Mark für einen Kirchenbau. Den Grundstein legte man am 23. Juli 1899. Im Sommer 1900 war die Kirche fertig, für 76.143,03 Mark einschließlich des Architektenhonorars, und sie bot 1340 Menschen Platz. Der Plan des Bochumer Architekten Hermann Wielers war zurückhaltend. Die Südseite wurde nur provisorisch gebaut, denn später sollte erweitert werden. 1906 sammelte man in den Bistümern Münster und Paderborn von Haus zu Haus und erlöste 41.000 Mark. Im Dezember 1907 arbeitete der Dortmunder Architekt Johannes Franziskus Klomp einen eigenen Plan aus. Das Langschiff wurde um ein Joch verlängert, zwei Seitenkapellen kamen hinzu, und die beiden Türme beschließen die Kirche. Anders als der schlichte erste Bauabschnitt ist dieser Teil reich gestaltet, mit Terrakotten, Tuff- und Formsteinen. Wegen eines Pfeilerbruchs musste die Kirche baupolizeilich geschlossen werden, und im Inneren mussten Mauern gezogen werden, die dem Aussehen schadeten. Am 9. August 1909 fand die endgültige Abnahme statt. Es folgte ein langjähriger Prozess gegen den ausführenden Architekten, den die Kirchengemeinde 1914 gewann. Am 20. April 1914 weihte der Paderborner Bischof Karl Joseph Schulte die Pfarrkirche. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie beschädigt: Im November 1944 trafen Bomben und Luftminen besonders Fenster und Dach, und am 8. April 1945 beschoss US-amerikanische Artillerie die Türme, in denen die Wehrmacht eine Telefonanlage installiert hatte. 1948 wurden die Türme wiederhergestellt. 1996 stellte man die Kirche mit dem Vikariegebäude unter Denkmalschutz.

Kurzfassung

Sie stehen vor der katholischen Kirche St. Marien in Herne-Baukau, an der Bismarckstraße. Der neugotische Bau erhielt seine heutige Gestalt 1907 bis 1909 nach Entwürfen von Johannes Franziskus Klomp. Seine Ziegelfassade nennt ein Autor die wohl kunstvollste im Ruhrgebiet.

Für Kinder

Du stehst vor einer Kirche aus roten Ziegeln mit zwei Türmen, jeder rund 60 Meter hoch. Die Fassade gilt als eine der kunstvollsten aus Ziegeln im ganzen Ruhrgebiet. Sogar die Säulen am Eingang mit ihren verzierten Köpfen sind aus gebranntem Ton. Über dem Eingang steht eine Marienfigur mit einem Kind auf dem Arm. Beim Bau brach ein Pfeiler, und die Kirche musste geschlossen werden. Wie viele Engelfiguren findest du an den Ecken der Türme?

Quellen

Koordinaten: 51.545749, 7.208188 · auf der Karte

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