Stadtohr

Stadtrundgang Herne · Station 10 von 16

Rathaus Herne

1912 · rathaus, neoklassizismus, stadtgeschichte, bergbau

Ausführlich

Sie stehen vor dem Rathaus. Seit 1912 ist es Sitz von Rat und Verwaltung der Stadt. Um es zu verstehen, brauchen Sie die Stadtgeschichte, die erzähle ich Ihnen hier. Um 880 erscheint der Name Hernes erstmals urkundlich, im ältesten Urbar des Klosters Werden. 1100 war Herne Kirchdorf mit einer romanischen Dionysiuskirche. Dann kam die Kohle. 1856 wurde die Zeche Shamrock als erste Zeche in Herne errichtet, ab 1864 folgte die Zeche Von der Heydt. Beide nutzten die Eisenbahn für den Abtransport der Kohle. Mit den Bergbaustandorten begann der Wandel des Dorfes und seiner umliegenden Gemeinden zur Industriestadt. Am 1. April 1897 erhielt Herne die Stadtrechte, am 1. Juli 1906 wurde es kreisfreie Stadt. Am 1. April 1908 kamen Baukau und Horsthausen dazu. Spätestens seitdem war das alte Rathaus, das ehemalige Schulgebäude der evangelischen Gemeinde an der Mont-Cenis-Straße, zu klein, und die Stadtverordneten tagten in der Aula der höheren Mädchenschule. Am 17. November 1908 kaufte die Stadt ein Gelände von 8,88 Hektar für 96.000 Mark, am Mittelpunkt der langgezogenen Stadt. Man wollte etwas städtebaulich Vollkommenes schaffen. Ein Ideenwettbewerb mit 54 Teilnehmern ging an den späteren Karlsruher Professor Gisbert von Teuffel, dessen Entwurf Schlägel und Eisen hieß. Im Oktober 1910 übertrug man die künstlerische Oberleitung dem prominenten Architekten Wilhelm Kreis. Am 8. März 1911 begann der Bau, am 13. Mai war die Grundsteinlegung, am 4. November das Richtfest. Am 6. Dezember 1912 wurde das Rathaus eingeweiht, und der erste Bürgermeister Karl Büren erhielt den Titel Oberbürgermeister. Schauen Sie auf die Schauseite zum Marktplatz. Der hohe Mittelbau hat einen offenen Bogengang und eine vorgelagerte Terrasse mit drei Freitreppen, wappentragende Löwenfiguren stehen auf der Schauseite. Oben liegen hinter schlanken Fenstern der Ratssaal und die Magistratssitzungsräume, abgeschlossen von einem Turmaufsatz. Gebaut ist es aus massivem rotem Ziegel und Tuffstein, vom Sockel bis zur Turmspitze 42 Meter hoch. Zwei hohe Plastiken von Joseph Enseling, die die Brüstung schmückten, wurden nach dem 9. Dezember 1965 aus Sicherheitsgründen abgenommen und sind nicht mehr erhalten. Im Ratssaal bilden eine 6,5 Meter hohe Zedernholzvertäfelung und zwei Kronleuchter mit je 100 Lampen den Höhepunkt. Elektrisches Licht, Zentralheizung und ein Fahrstuhl gab es von Anfang an. Die Gesamtkosten betrugen 950.000 Mark. Seit 1985 steht das Rathaus unter Denkmalschutz.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Rathaus Herne, das seit 1912 Sitz von Rat und Verwaltung der Stadt ist. Den neoklassizistischen Bau aus rotem Ziegel und Tuffstein schuf der Architekt Wilhelm Kreis. Er wurde am 6. Dezember 1912 festlich eingeweiht und steht seit 1985 unter Denkmalschutz.

Für Kinder

Du stehst vor dem Herner Rathaus. Es wurde 1912 eingeweiht. Hier arbeitet der Oberbürgermeister, und hier tagt der Stadtrat. Im Ratssaal ist die Wand 6,5 Meter hoch mit Zedernholz verkleidet. Zwei riesige Kronleuchter hängen darin, jeder mit 100 Lampen. Das Rathaus hatte von Anfang an elektrisches Licht, eine Zentralheizung und einen Fahrstuhl. Vorne stehen Löwenfiguren, die Wappen tragen. Kannst du sie finden?

Quellen

Koordinaten: 51.537982, 7.21953 · auf der Karte

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