Stadtohr

Stadtrundgang Herne · Station 1 von 16

LWL-Museum für Archäologie und Kultur

2003 · museum, archäologie, architektur, westfalen

Ausführlich

Willkommen in Herne. Die Stadt liegt im Ruhrgebiet in Nordrhein-Westfalen, hat etwa 157.000 Einwohner und gehört damit zu den kleineren Großstädten des Landes. Der Fläche nach ist sie nach Offenbach am Main die zweitkleinste Großstadt Deutschlands. Wir beginnen mit einem Haus, das man zum größten Teil nicht sieht. Sie stehen vor dem LWL-Museum für Archäologie und Kultur, Westfälisches Landesmuseum. Vom 6.800 Quadratmeter großen Gebäude liegt der größte Teil unter der Erde. Nur das kubusförmige Eingangsgebäude und die Lichthallen über den beiden größten Ausstellungsräumen ragen heraus. Entworfen haben es die Architekten von Busse Klapp Brüning. Der Bund Deutscher Architekten in NRW zeichnete den Bau 2003 aus, 2004 folgte der Architekturpreis Nordrhein-Westfalen. Die Geschichte des Museums beginnt weit weg von hier. 1836 wurde in Münster eine erste Sammlung archäologischer Funde aus Westfalen präsentiert. 1908 ging sie im neu eröffneten Provinzialmuseum auf, 1930 bekam die archäologische Abteilung eigene Räume, und 1934 wurde sie als Landesmuseum für Vor- und Frühgeschichte selbständig. Bei Bombenangriffen 1943 und 1945 wurde der Museumsbau zerstört, von 1963 bis 1970 entstand ein Neubau. 1991 beschloss die Landschaftsversammlung Westfalen-Lippe, die Sammlung nach Herne zu verlegen. 1999 begann der Bau hier, am 15. Juli 2001 schloss das Museum in Münster, und am 28. März 2003 wurde der Neubau in Herne eröffnet. Auf dem Weg hat das Haus mehrfach den Namen gewechselt, zuletzt Anfang 2023. Nun zum Inneren. Die Dauerausstellung führt in einem Rundweg durch 250.000 Jahre Geschichte in Westfalen, von Fundstücken der letzten Eiszeit bis heute, in chronologischer Ordnung und in ihrem Fundkontext. Der Weg führt wie ein Steg durch ein Grabungsgelände zu verschiedenen Fundstätten. Nachbauten, Bilder, Filme und die passende Geräuschkulisse zeigen Gräber, Brunnen und Gebäudereste. Im Forschungslabor werden Rekonstruktionen nach dem Muster von Kriminalfällen nachgestellt. Am Beispiel der Großsteingräber von Warburg lernen Besucher Spurensuche im Boden, Gesichtsrekonstruktion, DNA-Analyse, Altersbestimmung und Materialanalyse kennen, einzelne Verfahren dürfen sie selbst nachvollziehen. 2013 kam auf dem Außengelände ein Grabungscamp dazu. Als Nächstes geht es um Bücher.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem LWL-Museum für Archäologie und Kultur in Herne, einem Landesmuseum. Es stellt 250.000 Jahre Menschheitsgeschichte in Westfalen in den Mittelpunkt. Der größte Teil des Hauses liegt unter der Erde. Der Neubau in Herne wurde am 28. März 2003 eröffnet.

Für Kinder

Du stehst vor einem Museum, das fast ganz unter der Erde liegt. Nur der Eingang und die Lichthallen schauen heraus. Drinnen läufst du durch 250.000 Jahre Geschichte, von der letzten Eiszeit bis heute. Der Weg ist wie ein Steg in einem Grabungsgelände, und du siehst Gräber, Brunnen und alte Hausreste. Im Forschungslabor lösen die Besucher Fälle wie bei der Kriminalpolizei: mit Spuren im Boden, Gesichtsrekonstruktion und DNA-Analyse. Was würdest du gern ausgraben?

Quellen

Koordinaten: 51.53611111, 7.22527778 · auf der Karte

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