Stadtohr

Stadtrundgang Herne · Station 4 von 16

Genius und Hydra

1959 · mahnmal, skulptur, nationalsozialismus, gedenken

Ausführlich

Sie stehen vor Genius und Hydra, auf der Grünanlage vor dem Gebäude der Bundesagentur für Arbeit an der Bebelstraße. Die Bronzeskulptur ist 5,60 Meter hoch, wiegt 1,3 Tonnen und stammt vom Düsseldorfer Künstler Zoltan Székessy. Schauen Sie sich die Figur an. Oben schwebt der Genius des Guten. Er hat Blitz, Schwert und Flügel anstelle von Armen. Unter ihm windet sich die Hydra, ein Wesen mit vielen züngelnden Köpfen, das Symbol des Bösen. Székessy suchte nach eigenen Worten ein Thema, das nicht kurzlebig ist, und wählte das Symbol des Überwinders des Bösen, das sich durch die ganze Kunst der Menschheitsgeschichte zieht. Er wollte eine bewegte Silhouette, die von allen Seiten klar spricht. Das Mahnmal gedenkt der Opfer nationalsozialistischer Verfolgung und soll ein Weckruf an künftige Generationen sein. Eingeweiht wurde es am 20. September 1959 von Oberbürgermeister Robert Brauner. Brauner war Sozialdemokrat und selbst von den Nationalsozialisten verfolgt worden. In seiner Rede forderte er auf, sich daran zu erinnern, wie Recht und Sitte gebrochen und die Freiheit der Person und des Geistes in Fesseln geschlagen wurden. Jedem müsse klar werden, wohin es führt, wenn ein Volk blindlings vertraut. Das Gute solle über das Böse triumphieren; das Schwert aber verachte nicht, wer die Freiheit verteidigen will. Begleitet wurde die Feier vom Herner Männerchor und von einer Ricarda-Huch-Rezitation einer Folkwangschülerin. Unter den Teilnehmern waren Vertreter des Stadtrates, der Gewerkschaften, der Parteien, der evangelischen und katholischen Kirche und der jüdischen Gemeinde. Auf der Gedenktafel steht: Zur Ehre und zum Gedenken der Opfer im Widerstand gegen die nationalsozialistische Gewaltherrschaft 1933 bis 1945. Auf Anstoß der Herner Friedensinitiative kam am 3. Mai 2002 eine zweite Tafel dazu. Sie erinnert an die vielen tausend Menschen aus den verschiedensten Staaten Europas, die in Herne und Wanne-Eickel im Zweiten Weltkrieg unter unmenschlichen Bedingungen Zwangsarbeit leisten mussten. Im Februar 2002 war das Denkmal bei einem Sturm umgestürzt, weil eine Halterung im Inneren gebrochen war. Eine Duisburger Werkstatt setzte es instand, für rund 20.000 Euro, und am 2. Mai 2002 stand es wieder an seinem Platz. Jedes Jahr am 27. Januar, dem Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, wird hier der Opfer gedacht. Ein zweites Mahnmal besuchen wir später.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Denkmal Genius und Hydra auf der Grünanlage vor dem Gebäude der Bundesagentur für Arbeit an der Bebelstraße. Die 5,60 Meter hohe Bronzeskulptur wurde am 20. September 1959 eingeweiht. Sie erinnert an die Opfer nationalsozialistischer Verfolgung.

Für Kinder

Du stehst vor einer großen Figur aus Bronze, 5,60 Meter hoch. Sie hat Flügel statt Armen, dazu einen Blitz und ein Schwert. Das ist der Genius des Guten. Er besiegt ein Wesen mit vielen Köpfen, die Hydra. Sie steht für das Böse. Die Figur erinnert an Menschen, die von den Nationalsozialisten verfolgt wurden. Im Jahr 2002 stürzte sie bei einem Sturm um und wurde repariert. Wie würdest du das Gute darstellen?

Quellen

Koordinaten: 51.539470661, 7.220530662 · auf der Karte

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