Sie stehen im Bereich des Kastells Gunzenhausen. Es war ein römisches Militärlager nahe am Obergermanisch-Rätischen Limes, einem UNESCO-Welterbe, und liegt heute vollständig überbaut im Stadtzentrum. Das Kastell liegt nahe dem nördlichsten Punkt des rätischen Limes. Der Limes rundet sich vom Kastell Aalen bis zum Kastell Eining an der Donau in einem ausladenden Bogen nach Norden. Rund 300 Meter nördlich des Lagers läuft die Grenzanlage über die Altmühl. Die Römer hatten den Platz gut gewählt: auf dem überschwemmungsfreien Ostufer, an einer Stelle, wo sich das bis zu zehn Kilometer breite, vielfach überschwemmte Tal des Flusses auf rund 500 Meter verengt. Schon in vorrömischer Zeit hatten die Menschen den Fluss hier durch Furten überquert. Das Lager war rund 86 mal 80 Meter groß, etwa 0,7 Hektar, und nicht ganz rechtwinklig angelegt, was auf Messfehler der römischen Landvermesser zurückgeführt werden könnte. Die Vorderseite zeigte nach Norden, zur Grenze. Die Forschung geht davon aus, dass das Numeruskastell im Zuge der Verstärkung der Grenzanlagen entstand, zu der eine Eichenholzpalisade zählte. Diese Palisade hat man durch Jahrringuntersuchungen auf die Zeit um 165 nach Christus datiert. Eine Quelle zur Stadtkirche nennt dagegen die Zeit von 150 bis 240. Besetzt war das Lager höchstwahrscheinlich von einem Numerus, einer Einheit von 100 bis 200 Mann. Für solche Einheiten wurden junge Einheimische mit geringerem Sold abkommandiert, und sie erhielten offenbar bei der Entlassung nicht das römische Bürgerrecht. Über das Ende gibt es nur Hinweise. 1953 hob man 420 Meter östlich einen Münzhort mit 339 Silbermünzen. Die Schlussmünze wurde 242 geprägt. Eine starke Brandschicht im Lagerbereich legt ein gewaltsames Ende nahe. Wann und wie das Lager endete, sagen die Quellen unterschiedlich. Der Wikipedia-Quelle zur Stadt schreibt, die Alemannen hätten die Anlagen um 241 zerstört. Eine Quelle zum Kastell spricht von einem Alamanneneinfall um 242/243, nach einem ersten im Jahr 233, und von ungeklärten Umständen. Eine Quelle zur Stadtkirche nennt 233. Ich nenne Ihnen die Spanne. Erforscht wurde der Platz ab 1897 von Heinrich Eidam, unter schwierigsten Bedingungen, weil schon alles überbaut war. Er erfasste die Wehrmauer und Teile der Principia, des Stabsgebäudes in der Mitte. Ein Lagerdorf hat man bisher nicht sicher nachgewiesen. Auch es ist vollständig überbaut.
Sie stehen im Bereich des Kastells Gunzenhausen, eines römischen Militärlagers nahe dem Obergermanisch-Rätischen Limes. Es war rund 86 mal 80 Meter groß und liegt heute vollständig überbaut im Stadtzentrum. Der Limes gehört seit 2005 zum UNESCO-Welterbe.
Du stehst dort, wo einmal ein römisches Lager lag: das Kastell Gunzenhausen. Römische Soldaten bewachten hier die Grenze des Römischen Reiches, den Limes. Heute liegt das Lager unter den Häusern der Stadt, und die evangelische Kirche steht auf seinem Südteil. Das Lager war etwa 86 mal 80 Meter groß. 1953 fand man östlich davon einen Schatz im Boden: 339 Silbermünzen. Die jüngste ist von 242. Warum, glaubst du, hat jemand so viele Münzen in der Erde gelassen?
Koordinaten: 49.11277778, 10.75555556 · auf der Karte