Sie stehen vor der Studnitz-Pyramide. Hinter ihr steht eine ungewöhnliche Geschichte. Der Oberhofmarschall Hans Adam von Studnitz ließ sie nach 1779 noch zu Lebzeiten in seinem Garten in Gotha errichten, als Begräbnisstätte. Bis dahin war so etwas im nachantiken Europa einmalig. Gebaut ist die Pyramide aus Seeberger Sandstein. Als Erbauer gilt der Gothaer Hofbildhauer Friedrich Wilhelm Döll, 1750 bis 1816, ein Schüler des berühmten französischen Bildhauers und Freimaurers Jean Antoine Houdon. Aus der Entstehungszeit sind zwei Bauzeichnungen überliefert, sie zeigen die Grabpyramide und den Sarkophag. Ob sie von Döll stammen, lässt sich nicht sagen. 1837 wurde die Gartenanlage mit den Gebäuden eines Gymnasiums, des heutigen Ernestinums, zu etwa zwei Dritteln überbaut. Von Studnitz' Garten sind Reste erhalten, sie sind heute Parkanlage der Stadt. Die Pyramide steht also auf einem Gelände, das einmal ein Privatgarten war. Die Gothaer Pyramide war ihrer Zeit voraus. Erst später griff der Klassizismus die Form der Pyramide für Grabmäler häufig wieder auf, angelehnt an die Cestius-Pyramide in Rom. Antonio Canova gestaltete so das Grabmal für die Erzherzogin Marie Christine, erbaut 1801 bis 1805. Die Karlsruher Pyramide entstand 1823 bis 1825 nach einem Entwurf von Friedrich Weinbrenner, und das Mausoleum des Grafen Ernst zu Münster 1839 durch Laves. Die Gothaer Pyramide und die umgebende Mauer des Barockgartens wurden 2001 bis 2002 von der Kulturstiftung Gotha mit einer Fördersumme von 120.000 DM restauriert.
Sie stehen vor der Studnitz-Pyramide. Der Oberhofmarschall Hans Adam von Studnitz ließ sie nach 1779 noch zu Lebzeiten in seinem Garten errichten, als Begräbnisstätte. Sie war damals im nachantiken Europa einmalig. Gebaut ist sie aus Seeberger Sandstein.
Du siehst eine Pyramide mitten in Gotha. Ein Mann namens Hans Adam von Studnitz, Oberhofmarschall, ließ sie bauen. Er baute sie noch zu seinen Lebzeiten, in seinem Garten, als Begräbnisstätte. So etwas hatte es im Europa nach der Antike noch nicht gegeben. Die Pyramide ist aus Sandstein. Später baute man auf dem Garten Schulgebäude, zu etwa zwei Dritteln wurde er überbaut. Würdest du dir zu Lebzeiten ein Grab bauen lassen?
Koordinaten: 50.9453, 10.7008 · auf der Karte