Stadtohr

Stadtrundgang Görlitz · Station 5 von 16

Dicker Turm

1250 · stadtbefestigung, turm, hussitenkriege, stadtwappen

Ausführlich

Sie stehen vor dem Dicken Turm. Er heißt auch Frauenturm und ist Teil der historischen Görlitzer Stadtbefestigung. Schauen Sie hinauf. Der Turm ist sechsundvierzig Meter hoch, und im unteren Teil ist seine Mauer bis zu 5,34 Meter stark. Er ist der massivste Turm der Stadt, und das gibt ihm seinen Namen. Görlitz besaß vier große Wach- und Wehrtürme. Drei sind erhalten: dieser, der Nikolaiturm und der Reichenbacher Turm. Errichtet wurde der Turm 1250 im Rahmen der Stadterweiterung. Um 1305 werden ein Steinturm und ein Steintor erwähnt, benannt nach ihrer Lage an der Steinstraße. Der Wächter auf dem Turm bekam 1529 eine Turmstube und eine Kammer. Erst im Oktober 1904 wurden die Turmwächter auf den Stadttürmen abgeschafft. Im 16. Jahrhundert wurde der oben ursprünglich offene Umgang geschlossen, und die Kupferhaube entstand im Stil der Renaissance. Zum Turm gehörte eine dreifache Toranlage. Das innere Tor stand auf der Steinstraße vor dem Turm, die mittlere Durchfahrt hatte ein Fallgatter, das dritte Tor stand schon im Graben, ähnlich einer Bastei. Eine Brücke überspannte den Graben, sie wurde 1595 von Grund auf mit Stein aufgebaut und war mit einer Zugbrücke verbunden. 1772 ersetzte man die Zugbrücke durch eine steinerne, 1778 wurde das Fallgatter entfernt. 1838 wurden die beiden inneren Tore abgebrochen, 1847 und 1848 folgten das übrige Frauentor und die Brücke, und der Graben wurde aufgefüllt. Das Sandsteinrelief am Turm stammt von Briccius Gauske und zeigt das Stadtwappen mit den Figuren Maria und Barbara. Dahinter steht eine Geschichte. Die Stadt hatte während der Hussitenkriege treu zur Krone gestanden, und dafür verlieh ihr Kaiser Sigismund ein Stadtwappen. Der Wikipedia-Quelle zur Stadt nennt dazu das Jahr 1429: Damals brannten die südlichen und östlichen Vorstädte nieder, die ummauerte Stadt wurde aber nicht belagert. Das Relief befand sich ursprünglich am Frauentor über der Durchfahrt und wurde erst 1856 am Turm angebracht. Die lateinische Inschrift lautet: Invia virtuti nulla est via. Auf Deutsch: Der Tapferkeit ist kein Weg unmöglich. Zur Nutzung: Von 1974 bis 1999 feierten die Studenten der Ingenieur-Hochschule Görlitz-Zittau in den oberen Räumen ihre Partys, von 2000 bis 2006 war der Turm ungenutzt. Seit 2007 bewirtschaftet ihn der Förderverein Kulturstadt Görlitz-Zgorzelec, und mit Führungen kann man ihn besteigen.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Dicken Turm, auch Frauenturm genannt. Er gehört zur Görlitzer Stadtbefestigung und wurde 1250 im Zuge der Stadterweiterung errichtet. Er ist sechsundvierzig Meter hoch und der massivste Turm der Stadt.

Für Kinder

Du stehst vor dem Dicken Turm. Er heißt so, weil er der massivste Turm der Stadt ist. Er ist sechsundvierzig Meter hoch, und seine Mauer ist unten bis zu 5,34 Meter dick. Früher gehörte er zur Stadtmauer und zu einem Tor mit einem Fallgatter und einer Zugbrücke. Lange saß oben ein Wächter. Am Turm hängt ein Wappen aus Stein. Ein Kaiser hat es der Stadt verliehen, weil sie in den Hussitenkriegen treu zur Krone gestanden hatte. Darunter steht auf Lateinisch: Der Tapferkeit ist kein Weg unmöglich. Was bedeutet das wohl, glaubst du?

Quellen

Koordinaten: 51.15375, 14.98722222 · auf der Karte

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