Stadtohr

Stadtrundgang Fürth · Station 13 von 16

St. Michael (Fürth)

um 1100 · kirche, mittelalter, dreiherrschaft, reformation

Ausführlich

Sie stehen vor der evangelisch-lutherischen Stadtkirche St. Michael. Der Erzengel Michael ist seit dem 13. Jahrhundert auch Stadtpatron. Zuerst zur Urkunde, mit der Fürth in die Geschichte tritt. Am 1. November 1007 wurde Fürth erstmals mit Sicherheit erwähnt: Heinrich II. übereignete den Ort samt den vorhandenen Kirchen dem Domkapitel Bamberg. Die Michaeliskirche selbst wird erst 1349 genannt. Vermutet wird, dass 1007 nur eine Martinskapelle im Talgrund nahe der Rednitz stand. Als möglichen Grund für den zweiten Kirchenbau nennt eine Quelle den neuen Landesherrn: St. Martin gehörte als einzige Kirche in Fürth noch zum Bistum Eichstätt. Die Einnahmen teilte man: ein Drittel für St. Michael, zwei Drittel für St. Martin. Anfangs war St. Martin also bedeutender. Die Reformation kam über Nürnberg. Als Beginn in Fürth gilt der 3. September 1528, der Tag der ersten Visitation. Fürth hatte damals mehrere Herren zugleich: das Hochstift Bamberg, die Markgrafen von Ansbach und die Reichsstadt Nürnberg stritten um die Oberhoheit, man nennt das die Dreiherrschaft. Sie endete erst 1792. Nach dem Abgang der Martinskapelle, den eine Quelle in den Dreißigjährigen Krieg legt, blieb St. Michael bis 1824 die einzige Kirche der Stadt. Schauen Sie jetzt auf den Bau. Das Langhaus entstand um 1100 und ist der älteste erhaltene Teil, auf seiner Nord- und Südseite finden sich romanische Steinmetzzeichen. Der Turm wurde später angebaut. Er ist fünfundvierzig Meter hoch und war bis zum Bau des Rathausturms das höchste Gebäude Fürths. Seine vier Hauptgeschosse bis zur Turmgalerie entstanden 1380/90, der achteckige Aufsatz darüber erst 1520 bis 1530. Die Turmgalerie ist im fränkischen Bereich eher selten. Im Dreißigjährigen Krieg tat ein bezahlter Wächter auf dem Turm Dienst. Der Chor kam um 1480 dazu. Von 1923 bis 1964 war die Komponistin Frieda Fronmüller Organistin und Chorleiterin an St. Michael. Im Zweiten Weltkrieg richtete die Wehrmacht ab 12. April 1945 einen Gefechtsstand im Turm ein, was den Amerikanern nicht verborgen blieb. Ihre Artillerie beschädigte den Turm. Und noch ein Verlust im Inneren: Der Kunigunden-Altar von 1497 wurde 1815 verkauft und steht heute in der St.-Salvator-Kirche in Nördlingen. Eine Renovierung von 1830 unter Albert Christoph Reindel nahm weitere Stücke weg, darunter zwei Seitenaltäre, den spätgotischen Taufstein und die Moseskanzel von 1680.

Kurzfassung

Sie stehen vor der evangelisch-lutherischen Stadtkirche St. Michael. Fürth wurde am 1. November 1007 erstmals mit Sicherheit in einer Urkunde erwähnt, die Michaeliskirche erstmals 1349. Das Langhaus entstand um 1100. Der Erzengel Michael ist seit dem 13. Jahrhundert Stadtpatron.

Für Kinder

Diese Kirche heißt St. Michael. Der Erzengel Michael ist der Stadtpatron von Fürth. Ein Teil der Kirche ist um 1100 entstanden, das ist über neunhundert Jahre her. Der Turm ist fünfundvierzig Meter hoch, und lange war er das höchste Haus der Stadt. Oben am Turm gibt es eine Galerie, darüber vier Uhren. Bis 1824 war das die einzige Kirche in ganz Fürth. Kannst du die Uhren zählen?

Quellen

Koordinaten: 49.480055555, 10.9885 · auf der Karte

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