Stadtohr

Stadtrundgang Freiberg · Station 12 von 16

Jakobikirche

1890 · kirche, neugotik, silbermann-orgel, denkmalpflege

Ausführlich

Sie stehen vor der evangelischen Jakobikirche, einer neugotischen Kirche. Sie gehört zur Kirchengemeinde Jakobi-Christophorus. Ihre Geschichte beginnt früher. Um 1160 wurde die Jakobikirche als Pfarrkirche von Christiansdorf errichtet, der ältesten Siedlung im Bereich von Freiberg. 1887 war sie baufällig. Die Stadt wollte den Standort an der Ecke Talstraße und Pfarrgasse für eine Schule nutzen. Also wurde die mittelalterliche Kirche abgerissen, und für den Neubau wählte man den heutigen Platz etwas außerhalb der Altstadt. Nach Plänen von Theodor Quentin entstand die Kirche von 1890 bis 1892 als dreischiffige Hallenkirche, ein unverputzter Bruchsteinbau mit Gliederungen aus Werkstein. Der Turm ist 57 Meter hoch, steil proportioniert, mit einem gemauerten spitzen Helm mit Krabben und einer Kreuzblume. Das Portal ist mit Skulpturen von Peter Pöppelmann gestaltet: links Maria und Martha, rechts Paulus und Jakobus. Über dem Portal sehen Sie den Pelikan als Symbol für die aufopfernde Liebe. Drinnen bestimmen schlanke Formen der Gotik den Raum, Kreuzrippengewölbe ruhen auf stämmigen Pfeilern, und alle Bögen und Rippen sind in Backstein gemauert. Bemerkenswert ist, dass man ältere Ausstattungsstücke aus dem Vorgängerbau übernahm, der die älteste Kirche von Freiberg gewesen war. Das gilt als frühe Leistung der Denkmalpflege. Der Altar gehört zu den bedeutendsten Werken des Manierismus in Sachsen und wurde 1610 von Bernhard Diterichs und Sebastian Grösgen geschaffen. In der Mitte zeigt er die Kreuzigung Christi mit den Schächern vor einem Relief von Jerusalem. Die Sandsteinkanzel schuf Andreas Lorentz 1564. Sie ruht stützenlos auf einer Konsole. Die Sandsteintaufe von 1555 stammt von Hans Walther II. Auf ihr sind das sächsische und das dänische Wappen zu sehen, bezogen auf das herzogliche Stifterehepaar August von Sachsen und Anna von Dänemark. Besonders kostbar ist die Orgel von Gottfried Silbermann aus den Jahren 1716 und 1717. Den Prospekt entwarf der Freiberger Domorganist Elias Lindner. 1892 wurde die Orgel in die neu erbaute Kirche umgesetzt und von Friedrich Ladegast erweitert und umgearbeitet. 2017 wurde sie zuletzt von Orgelbau Ekkehard Groß restauriert. Sie hat 20 Register auf zwei Manualen und Pedal.

Kurzfassung

Sie stehen vor der evangelischen Jakobikirche, einer neugotischen Kirche, die von 1890 bis 1892 nach Plänen von Theodor Quentin errichtet wurde. Ihr Vorgängerbau war die älteste Kirche von Freiberg. Im Innern steht eine Orgel von Gottfried Silbermann.

Für Kinder

Diese Kirche ist jünger als viele andere in Freiberg. Sie wurde von 1890 bis 1892 gebaut. Aber in ihr stehen viel ältere Dinge: Den Altar von 1610, die Kanzel von 1564 und die Orgel von Gottfried Silbermann nahm man aus der alten Kirche mit. Die alte Kirche war die älteste in Freiberg. Man riss sie ab, weil sie baufällig war. Schau auf das Portal. Siehst du den Pelikan über der Tür? Er ist ein Zeichen für aufopfernde Liebe. Der Turm ist 57 Meter hoch.

Quellen

Koordinaten: 50.917389, 13.350538 · auf der Karte

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