Stadtohr

Stadtrundgang Esslingen am Neckar · Station 1 von 16

Württembergische Landesbühne Esslingen

· theater, landesbuehne, kultur

Ausführlich

Willkommen in Esslingen am Neckar. Die Stadt hat 95.419 Einwohner und ist die zehntgrößte in Baden-Württemberg. Erstmals urkundlich erwähnt ist Esslingen im 8. Jahrhundert, seit 1181 war es Freie Reichsstadt. 1803 verlor es die Unabhängigkeit. Die Industrialisierung im 19. Jahrhundert prägte das Bild der Stadt. Wir beginnen beim Theater. Sie stehen vor der Württembergischen Landesbühne. Als Landesbühne ist sie verpflichtet, etwa die Hälfte ihrer Vorstellungen außerhalb des Stammsitzes zu spielen. Die Geschichte des Theaters in Esslingen beginnt mühsam. 1772 wollte der Theaterpraktiker Peter Florenz Ilgner hier ein Theater bauen und wurde brüsk abgewiesen. 1781 erging es einer Prinzipalin aus Nördlingen ebenso. Erst nach dem Ende der Reichsstadtzeit konnte sich ein bürgerlicher Geist entwickeln. 1804 entstand in der ehemaligen Aegidienkapelle die erste feste Bühne. Am 3. Januar 1864 eröffnete in der Strohstraße eine umgebaute Zehntscheuer mit 644 Plätzen. Mehr als hundert Jahre blieb sie Esslingens Stadttheater. Von 1900 bis 1925 leitete Mathilde Erfurth das Haus. Dann wurde ihr Vertrag nicht verlängert, das Theater schloss. Inzwischen gab es eine Wanderbühne: 1919 war die Schwäbische Volksbühne gegründet worden, finanziert von Robert Bosch und dem Land Württemberg. Ihre erste Vorstellung war am 20. September 1919 in Göppingen, Schillers Kabale und Liebe. 1921 wurde sie Württembergische Volksbühne. Im Juli 1926 beschloss man, das Theater der im Februar neugegründeten Volksbühnengemeinde Esslingen zu überlassen, die schnell auf über tausend Mitglieder wuchs. Sie verpflichtete die Volksbühne für mindestens 48 Vorstellungen. Am 6. November 1926 eröffnete das renovierte Stadttheater, wieder mit Kabale und Liebe. Wie viel reiste die Volksbühne? In der Spielzeit 1928/29 gab sie 360 Vorstellungen, nur 65 davon in Esslingen, mit zwanzig Stücken in 42 Städten. 1933 wurde sie im Zuge der Gleichschaltung aufgelöst und als Württembergische Landesbühne neu gegründet. Im September 1944 wurde der Betrieb kriegsbedingt eingestellt. 1945 war sie das erste Theater Deutschlands, das wieder eine Konzession erhielt. 1977 beschlossen Stadt und Land einen Neubau. 1979 wurde das alte Gebäude abgerissen, das neue Schauspielhaus im Sommer 1982 eingeweiht. Heute spielt die Landesbühne jährlich über 750 Vorstellungen. Jedes Jahr gibt es eine Freilichtaufführung in der Altstadt. Die Verwaltung sitzt übrigens in einem ehemaligen Bankhaus, zu dem wir am Ende des Rundgangs kommen.

Kurzfassung

Sie stehen vor der Württembergischen Landesbühne, einem Theater mit langer Tradition. Als Landesbühne spielt sie etwa die Hälfte ihrer Vorstellungen außerhalb des Stammsitzes. Entstanden ist sie 1919 als Schwäbische Volksbühne. Das heutige Schauspielhaus wurde im Sommer 1982 eingeweiht.

Für Kinder

Du stehst vor einem Theater, der Württembergischen Landesbühne. Ein Wort ist hier wichtig: Landesbühne. Das heißt, die Schauspieler spielen nicht nur hier, sondern etwa die Hälfte ihrer Vorstellungen woanders. Sie reisen durch Baden-Württemberg und sogar bis in die Schweiz und nach Liechtenstein. Das Theater gibt es seit 1919. Damals fing es als Wanderbühne an und hatte noch gar kein festes Haus. Seit 1981 gibt es eine eigene Sparte für Kinder und Jugendliche, die Junge WLB. Hast du schon mal in einem Theater gesessen? Was hast du gesehen?

Quellen

Koordinaten: 48.7407, 9.30906 · auf der Karte

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