Stadtohr

Stadtrundgang Darmstadt · Station 1 von 16

Künstlerkolonie Mathildenhöhe in Darmstadt

1899 · jugendstil, künstlerkolonie, welterbe, großherzog

Ausführlich

Willkommen in Darmstadt. Wir beginnen auf der Mathildenhöhe, gehen von hier in die Innenstadt und kommen am Ende des Rundgangs zurück. Darmstadt ist eine Großstadt im Süden Hessens mit etwa 168.000 Einwohnern, und seit dem 13. August 1997 trägt sie den Zusatz Wissenschaftsstadt. Ihr Ruf als Zentrum des Jugendstils geht unmittelbar auf diesen Ort zurück. Die Mathildenhöhe war im 19. Jahrhundert die Gartenanlage des großherzoglichen Hofes, 1833 im Stil eines englischen Landschaftsparks umgestaltet. Den Namen gab ihr Mathilde von Bayern, die Frau von Großherzog Ludwig III. 1899 berief Großherzog Ernst Ludwig hier, auf Anregung des Kunstverlegers Alexander Koch, sieben Künstler an die neue Künstlerkolonie: Peter Behrens, Paul Bürck, Rudolf Bosselt, Hans Christiansen, Ludwig Habich, Patriz Huber und Joseph Maria Olbrich. Sein Leitspruch lautete: Mein Hessenland blühe und in ihm die Kunst. Aus der Verbindung von Kunst und Handwerk erwartete er eine wirtschaftliche Belebung seines Landes. Die Künstler sollten neue, zukunftsweisende Bau- und Wohnformen erarbeiten. Suchen Sie das Ernst-Ludwig-Haus, das gemeinsame Ateliergebäude. Olbrich plante es, der einzige ausgebildete Architekt der Gruppe. Peter Behrens war ursprünglich Maler und Grafiker. Die Grundsteinlegung war am 24. März 1900. Am Eingang stehen zwei sechs Meter hohe Figuren von Ludwig Habich, genannt Mann und Weib oder Kraft und Schönheit. Darüber steht ein Satz von Hermann Bahr: Seine Welt zeige der Künstler, die niemals war noch jemals sein wird. Um das Atelierhaus gruppierten sich die Häuser der Künstler, als Musterhäuser für die Ausstellung. Doch nur Olbrich, Christiansen, Habich und Behrens konnten sich ein eigenes Haus leisten. Das Haus Behrens kostete 200.000 Mark und war das teuerste der Ausstellung, Olbrichs Haus 75.000. Behrens bewohnte seines nie, er verkaufte es bald. Die erste Ausstellung hieß Ein Dokument deutscher Kunst und lief von Mai bis Oktober 1901. Sie wurde am 15. Mai mit einem Festspiel nach einer Idee von Peter Behrens eröffnet und erregte weit über Darmstadt hinaus Aufsehen. Trotzdem endete sie mit einem größeren finanziellen Defizit. Bürck, Christiansen und Huber verließen die Kolonie danach, in den folgenden Jahren auch Behrens und Bosselt. Seit dem 24. Juli 2021 ist die Mathildenhöhe UNESCO-Welterbe.

Kurzfassung

Sie stehen an der Künstlerkolonie Mathildenhöhe. 1899 berief Großherzog Ernst Ludwig sieben Künstler nach Darmstadt. Sie sollten neue Bau- und Wohnformen erarbeiten und arbeiteten hier bis 1914. Das Ensemble ist seit dem 24. Juli 2021 UNESCO-Welterbe.

Für Kinder

Du stehst an einem Ort, an dem vor mehr als hundert Jahren Künstler zusammen gearbeitet haben. 1899 lud der Großherzog Ernst Ludwig sieben von ihnen nach Darmstadt ein. Sein Satz war: Mein Hessenland blühe und in ihm die Kunst. Die Künstler sollten neue Häuser und neue Arten zu wohnen erfinden. Am Eingang des großen Atelierhauses stehen zwei Figuren, sechs Meter hoch. Kannst du sie finden? Heute gehört dieser Ort zum Welterbe der UNESCO.

Quellen

Koordinaten: 49.875433345, 8.66650397 · auf der Karte

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