Willkommen in Dachau, und willkommen zu diesem Rundgang. Dachau ist eine Große Kreisstadt im oberbayerischen Landkreis Dachau, nordwestlich von München, an der Amper. Wir beginnen oben auf dem Schlossberg, dem höchsten Punkt innerhalb der Stadtgrenzen. Die erste Erwähnung des Ortes stammt von 805: Die Edle Erchana von Dahauua überschrieb in einer Schenkungsurkunde ihre fünf Kolonenhöfe samt Leibeigenen nach ihrem Tod dem Bischof von Freising. Um 1100 ließ Arnold I. von Scheyern hier die Burg bauen und nannte sich Graf von Dachau. 1182 starb der letzte Graf von Dachau ohne Erben, und Otto von Wittelsbach erwarb Burg und Herrschaft. Zwischen 1398 und 1403 wurde die ursprüngliche Burg abgerissen, danach entstand die erste steinerne Vierflügelanlage. Von 1467 bis 1501 war Dachau die Domäne des abgedankten Herzogs Siegmund, das kurzlebige Herzogtum Bayern-Dachau. Zwischen 1546 und 1577 bauten Herzog Wilhelm IV. und sein Sohn Albrecht V. die Burg zu einem Schloss mit vier Flügeln aus. Im Saal des Südwestflügels schuf Hans Wisreutter aus München von 1564 bis 1566 eine Holzdecke. Sie gilt als einer der herausragendsten Säle der Renaissance nördlich der Alpen. Danach verlor Dachau für den Hof an Bedeutung, als Sommerresidenz bevorzugte man nun Schleißheim und später Nymphenburg. Im frühen 18. Jahrhundert gestaltete Hofbaumeister Joseph Effner, der selbst aus Dachau stammte, das Schloss um. Schauen Sie auf die Westfassade von 1715 im Régence-Stil: Große Rundbogenfenster und kolossale Zwillingspilaster heben den Festsaal in der Mitte hervor. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts ließ König Max Joseph I. drei der vier Flügel abreißen. Sie hatten durch die Einquartierung Napoleonischer Truppen schweren Schaden genommen, und nach den Napoleonischen Kriegen fehlte dem König das Geld für eine Instandsetzung. Das Baumaterial ging über den Dachau-Schleißheimer Kanal nach Schleißheim. Erhalten blieb der barocke Festsaaltrakt im Westen. Die Renaissancedecke wurde 1868 ausgebaut und ins Nationalmuseum nach München gebracht, 1977 kam sie an ihre ursprüngliche Stelle zurück. Ab 1907 nutzte die Dachauer Künstlervereinigung das Schloss für Ausstellungen. Heute ist der Festsaal ein Konzertsaal, 2015 wurde das Schloss umfassend renoviert. Gehen Sie noch zur Terrasse des Hofgartens, der ab 1572 entstand. Von dort reicht der Blick weit über München bis zur Alpenkette. Ein Wort zur Gedenkstätte, bevor wir weitergehen. Am Ostrand der Stadt, an der Alten Römerstraße, liegt die KZ-Gedenkstätte Dachau. Sie wurde am 5. Mai 1965 auf dem ehemaligen Häftlingsgelände des Konzentrationslagers errichtet und wird im Jahr von etwa einer Million Menschen aus aller Welt besucht. Sie ist ein eigener Ort mit eigenem Besucherzentrum, und sie braucht eigene Zeit. Dieser Rundgang führt durch die Altstadt und ersetzt diesen Besuch nicht.
Sie stehen am Schloss Dachau auf dem Schlossberg. Es war lange eine bevorzugte Sommerresidenz der Wittelsbacher. Aus der mittelalterlichen Burg wurde im 16. Jahrhundert ein Renaissanceschloss mit vier Flügeln. Heute steht nur noch einer davon, der barocke Festsaaltrakt.
Du stehst vor einem Schloss auf einem Hügel, dem Schlossberg. Zuerst stand hier eine Burg. Daraus wurde ein Schloss mit vier Flügeln, also mit vier Gebäudeteilen. Drei davon wurden vor über 200 Jahren abgerissen. Soldaten waren dort einquartiert gewesen, und die Flügel waren schwer beschädigt. Für die Reparatur fehlte das Geld. Nur ein Flügel steht noch, mit einem Festsaal. Dessen Holzdecke ist über 450 Jahre alt. Im Garten gibt es heute Bienenstöcke und einen Bienenlehrpfad. Wie viele Flügel siehst du heute?
Koordinaten: 48.258388888, 11.432972222 · auf der Karte